Doppelgänger-Festival: „Leben als Spiel – Gustav Weidanz’ Puppen und die Puppenspiele an der Burg Giebichenstein“ im Kunstmuseum Moritzburg

Gustav Weidanz (1889–1970), Marionetten zu „Bastien und Bastienne“, Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart, 1932, Foto: Archiv Kunstmuseum Moritzburg
Gustav Weidanz (1889–1970), Marionetten zu „Bastien und Bastienne“, Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart, 1932, Foto: Archiv Kunstmuseum Moritzburg

Das Pup­pen­thea­ter Halle fei­ert in die­sem Jahr sei­nen 60. Geburts­tag. Mit der Kabi­nett­aus­stel­lung „Leben als Spiel – Gus­tav Weidanz’ Pup­pen und die Pup­pen­spiele an der Burg Gie­bi­chen­stein“ betei­ligt sich das Kunst­mu­seum Moritz­burg an die­sem Jubi­läum und gibt Ein­bli­cke in die lange Tra­di­tion des Pup­pen­spiels an der „Burg“.

Im Januar 1918 wurde in der dama­li­gen Hand­wer­ker­schule in Halle auf Anre­gung des Direk­tors Paul Thiersch zum ers­ten Mal ein Pup­pen­spiel auf­ge­führt. Betei­ligt waren an der Her­stel­lung der Pup­pen, der Aus­stat­tung und an den Auf­füh­run­gen Leh­rer, Schü­ler und sogar renom­mierte hal­le­sche Bür­ger. Die Pup­pen­spiele waren „eine der schöns­ten Blü­ten des die Schule beherr­schen­den Gemein­schafts­geis­tes und schloss[en] die kleine Schar durch das Mit­tel eines unbän­di­gen Ver­gnü­gens zusam­men“ (Wil­helm Nauhaus).

Der Bild­hauer Gus­tav Weidanz war ihre „Seele“. Er schnitzte und bemalte die Pup­pen­köpfe und Hände, führte Regie, gestal­tete die Bühne und spielte selbst mit. Mit sei­nem Nach­lass kamen 1970 in die Moritz­burg unter ande­rem die Hand­pup­pen­köpfe zur Komö­die „Die erzwun­gene Hei­rat“ von Moliere aus dem Jahr 1919, die Mario­net­ten­köpfe zu Shake­speares „Komö­die der Irrun­gen“ von 1926/27 und die drei voll­stän­dig erhal­te­nen Mario­net­ten zu Mozarts Sing­spiel „Bas­tien und Bas­ti­enne“ von 1932.

In der künst­le­ri­schen Frei­heit der Gestal­tung der Pup­pen zeigte sich Weidanz auf der Höhe der moder­nen Bild­haue­rei sei­ner Zeit. Hier griff er auf expres­sio­nis­ti­sche und kubis­ti­sche Ten­den­zen und Form­vor­stel­lun­gen zu. Mit die­ser Sti­li­sie­rung ver­lieh er den Pup­pen ihren bezau­bern­den Charme als Kunst­we­sen und als bild­haue­ri­sche Miniaturen.

Gus­tav Weidanz (1889 – 1970) lei­tete von 1916 bis 1959 die Fach­klasse für Bild­haue­rei an der Burg Giebichenstein.

24. 4. – 27. 7. 2014
Leben als Spiel – Gus­tav Weidanz’ Pup­pen und die Pup­pen­spiele an der Burg Gie­bi­chen­stein
Stif­tung Moritz­burg Halle (Saale)
Kunst­mu­seum des Lan­des Sachsen-Anhalt
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Tele­fon +49 (0)345 212 59-68

www.kunstmuseum-moritzburg.de

Öff­nungs­zei­ten:
Di 10 – 19 Uhr, Mi – So und an Fei­er­ta­gen von 10 bis– 18 Uhr
Mon­tag geschlossen

Pres­se­stelle Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle