Kunstmuseum Moritzburg: Eröffnung der Sonderausstellung „Im Land der Palme. August von Sachsen (1614–1680) Erzbischof von Magdeburg und Fürst von Halle“

Prunksäbel, wohl Deutschland, zw. 1660 und 1680 I Bergkristallbesteck, deutsch, 2. Häfte 17 . Jh., Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Prunksäbel, wohl Deutschland, zw. 1660 und 1680 I Bergkristallbesteck, deutsch, 2. Häfte 17 . Jh., Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

Am Mitt­woch, dem 13. August 2014, 18 Uhr, fin­det im Dom zu Halle die Eröff­nungs­feier der Son­der­aus­stel­lung „Im Land der Palme. August von Sach­sen (1614–1680). Erz­bi­schof von Mag­de­burg und Fürst von Halle“ statt. Die Bio­gra­fie Augusts von Sach­sen (1614–1680) ver­bin­det krie­ge­ri­sche und fried­li­che Zei­ten, Glau­bens­streit und Macht­stre­ben, Refor­ma­tion und früh­ba­ro­cke Reprä­sen­ta­tion. Sei­nen 400. Geburts­tag nimmt das Kunst­mu­seum Moritz­burg Halle (Saale) zum Anlass, dem Leben und Wir­ken des evan­ge­li­schen Erz­bi­schofs und Reichs­fürs­ten im Kon­text der Umbrü­che sei­ner Zeit eine große Aus­stel­lung zu wid­men.
Die Aus­stel­lung Im Land der Palme erzählt mit knapp 400 Expo­na­ten auf über 1000 Qua­drat­me­tern Aus­stel­lungs­flä­che (inklu­sive Dom zu Halle) die Geschichte von Krieg und Frie­den und – trotz aller Schat­ten des Krie­ges – von einer Uto­pie des „guten Lebens“. Wel­che Akteure hat­ten um den Besitz des geist­li­chen Ter­ri­to­ri­ums gerun­gen? Wie fan­den der Wie­der­auf­bau des Lan­des und die Ein­rich­tung einer fried­li­chen Gesell­schaft nach dem ver­hee­ren­den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg statt? Wie sah das Hof­le­ben, wie sahen Kunst und Kul­tur am Hofe aus? Wie spie­gelte sich dies im städ­ti­schen Leben? Was bedeu­te­ten der West­fä­li­sche Frie­den, aber auch das Tes­ta­ment Johann Georgs I., das die drei neuen Her­zog­tü­mer Sachsen-Zeitz, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Weißenfels bil­dete, für die Herr­schaft Augusts von Sachsen?

Mit der Erin­ne­rung an die uner­bitt­li­chen kon­fes­sio­nel­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Katho­li­zis­mus und Pro­tes­tan­tis­mus im 17. Jahr­hun­dert ist die Aus­stel­lung zugleich ein wich­ti­ger Bei­trag zum The­men­jahr „Refor­ma­tion und Poli­tik“ inner­halb der Refor­ma­ti­ons­de­kade. Trotz der Ver­hee­run­gen des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges gelang es Her­zog August, in Halle eine blü­hende baro­cke Hof­kul­tur zu eta­blie­ren. Diese wird in ihren ver­schie­de­nen Facet­ten in der Aus­stel­lung leben­dig. Wert­volle Zeug­nisse der Por­trät­kunst, Druck­gra­fik und Buch­kunst, der Bild­haue­rei, der Schatz-und Medail­len­kunst, von Tisch­kul­tur und Jagd­ge­rät sind erst­mals für kurze Zeit wie­der in Halle zusam­men­ge­tra­gen. Sie kom­men bei­spiels­weise aus dem Grü­nen Gewölbe und der Rüst­kam­mer der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den, von der Stif­tung Preu­ßi­sche Schlös­ser und Gär­ten Pots­dam, aus Museen in Wei­mar, Kas­sel, Gotha oder Wien und Mal­lorca und las­sen das „Augustei­sche Zeit­al­ter“ der Saa­le­stadt wie­der erstehen.

Die Palme ist ein zen­tra­les Sinn­bild des Barock. In der hal­le­schen Hof­kul­tur war sie als Leit­mo­tiv des Stre­bens nach Über­win­dung des Schlech­ten, nach Gerech­tig­keit, Frucht­bar­keit und Nütz­lich­keit und schließ­lich des ewi­gen Lebens all­ge­gen­wär­tig. Sie sym­bo­li­siert den Span­nungs­bo­gen zwi­schen Reli­gio­si­tät und frü­her Wis­sen­schaft und zugleich zwi­schen den Küns­ten und der Pflege der deut­schen Spra­che in der Frucht­brin­gen­den Gesell­schaft, deren letz­ter Vor­sit­zen­der August von Sach­sen war. Auch als Pal­me­n­or­den bezeich­net, zeigte ihr Emblem unter dem Motto „Alles zu Nut­zen“ eine hoch auf­ra­gende Kokospalme.

Die hoch­ste­hende Musik­kul­tur, die Pflege der Oper sowie der deut­schen Spra­che am hal­le­schen Hof wer­den auch in Begleit­ver­an­stal­tun­gen erleb­bar. Gleich­zei­tig zeigt die Aus­stel­lung die dynas­ti­schen Zusam­men­hänge und die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen von Augusts Herr­schaft auf. So tritt Halle ins­ge­samt wie­der als Teil eines Netz­werks füh­ren­der Resi­den­zen im Mit­tel­deutsch­land des 17. Jahr­hun­derts her­vor, von dem aus enge Bezie­hun­gen nach Dres­den wie auch nach Wei­mar und Gotha exis­tier­ten. Zu Leb­zei­ten Augusts von Sach­sen bestand der hal­le­sche Hof gleich­ran­gig neben dem des
Kur­fürs­ten in Dres­den.
Dar­über hin­aus führt die Aus­stel­lung anschau­lich vor Augen, wel­chen Stel­len­wert die
höfi­sche Resi­denz in Halle im natio­na­len wie inter­na­tio­na­len Kon­text im 17. Jahr­hun­dert
ein­nahm. Zudem trägt sie zum his­to­ri­schen Ver­ständ­nis des Lan­des Sachsen-Anhalt bei,
des­sen Ter­ri­to­rium in gro­ßen Tei­len dem Herr­schafts­ge­biet Augusts von Sach­sen
ent­spricht.
Zur Aus­stel­lung erschei­nen eine Audio­pro­duk­tion (im Ein­tritt inbe­grif­fen) sowie ein Kata­log (464 Sei­ten, mehr als 400 Abbil­dun­gen) zum Preis von 39,95 Euro.

Öff­nungs­zei­ten:
14. Sep­tem­ber – 2. Novem­ber 2014
täg­lich 10 bis 18 Uhr, don­ners­tags bis 20 Uhr
Der Dom zu Halle ist täg­lich von 12 bis 18 Uhr zugänglich.

Ein­tritt:
10 Euro/erm. 8 Euro; Kom­bi­ti­cket mit der Dau­er­aus­stel­lung 12 Euro/erm. 9 Euro­Nä­he­res unter: www.palme-halle.de
www.kunstmuseum-moritzburg.de

Kor­re­spon­denz­aus­stel­lun­gen:
Neben der Aus­stel­lung im Kunst­mu­seum Stif­tung Moritz­burg und dem Dom wid­men sich zwei Kor­re­spon­denz­aus­stel­lun­gen im Schloss Neu­en­burg in Frey­burg (Unstrut) und im Museum Schloss Neu-Augustusburg in Wei­ßen­fels aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln dem Leben und Wir­ken Her­zog Augusts von Sachsen:

1. Mai – 2. Novem­ber 2014
Das Jagd­schloss Neu­en­burg. »Was ich zu Frey­burg gepürscht« – der Her­zog auf der Jagd
Son­der­aus­stel­lun­gen in der Kern­burg und im Berg­fried „Dicker Wil­helm“
Museum Schloss Neu­en­burg
Schloss 1, 06632 Frey­burg (Unstrut)
www.schloss-neuenburg.de

17. August 2014 – 26. April 2015
Im Land der Palme – 400 Jahre Her­zog August
Museum Schloss Neu-Augustusburg
Zeit­zer Str. 4, 06667, Wei­ßen­fels
www.museum-weissenfels.de