Urpferdchen, Krokodile und Riesenvögel: Ausstellung nimmt Geiseltalsammlung neu in den Blick

Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften, Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler
Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften, Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Die Gei­seltal­samm­lung des Zen­tral­ma­ga­zins Natur­wis­sen­schaft­li­cher Samm­lun­gen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist wegen ihrer zahl­rei­chen gut erhal­te­nen Fos­si­lien, die alle in Kohle ent­stan­den sind, ein­ma­lig. Die neu­es­ten For­schungs­er­geb­nisse zeigt jetzt die Aus­stel­lung „Aus der Mor­gen­däm­me­rung: Pfer­de­ja­gende Kro­ko­dile und Rie­sen­vö­gel“, die ab mor­gen im Haus der Natio­na­len Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­dina zu sehen ist.

Bis Ende Mai kön­nen sich kleine und große Besu­cher anhand der Ori­gi­nal­fos­si­lien, mit digi­ta­len Medien und maß­stabs­ge­treuen Ske­lett­re­kon­struk­tio­nen ein Bild von der „Zeit der Mor­gen­röte“, dem Erd­zeit­al­ter des Eozäns vor 45 Mil­lio­nen Jah­ren, machen. Wen muss­ten die win­zi­gen Urpferde fürch­ten? Wovon ernähr­ten sie sich? Warum gab es rie­sen­große Vögel? Und warum leb­ten so viele Arten von Kro­ko­di­len in einem ein­zi­gen Lebensraum?

Seit rund einem Jahr­hun­dert wird an den Eozän-Fossilien des Gei­seltals geforscht und den­noch gibt es immer Neues zu ent­de­cken. Mit einer För­de­rung der Kul­tur­stif­tung des Bun­des im Rah­men des Pro­gramms „Fel­lowship Inter­na­tio­na­les Museum“ konnte nun das erste Mal mit Dr. Alex­an­der K.

Has­tings auch ein Gast­wis­sen­schaft­ler aus den USA die Samm­lung über ein­ein­halb Jahre hin­weg inten­siv bearbeiten.

Die Ergeb­nisse der For­schung von Alex­an­der Has­tings zu den Kro­ko­di­len des Gei­seltals füg­ten sich zudem ideal in die Arbeits­schwer­punkte „Urpferde“ und „Rie­sen­lauf­vo­gel“ des lang­jäh­ri­gen Kus­tos der Samm­lung Dr. Meinolf Hell­mund ein“, sagt Dr. Frank Stein­hei­mer, Lei­ter des Zen­tral­ma­ga­zins Natur­wis­sen­schaft­li­cher Sammlungen.

Die Aus­stel­lung fokus­siert daher - erneut groß­zü­gig unter­stützt von der Kul­tur­stif­tung des Bun­des - auf diese neuen Ergeb­nisse aus dem außer­ge­wöhn­li­chen Fos­si­lerbe des Lan­des Sachsen-Anhalt, das das Prä­di­kat „natio­nal wert­vol­les Kul­tur­gut“ trägt. Kura­tiert von Alex­an­der Has­tings erklärt die zwei­spra­chige Schau auf Deutsch und Eng­lisch das Leben im sub­tro­pi­schen Klima des Gei­seltals anhand fas­zi­nie­ren­der Ori­gi­nal­fos­si­lien, unter­stützt durch digi­tal erzeugte Bil­der und auf­wän­dige Ske­lett­re­kon­struk­tio­nen. Die Mit­ar­bei­ter der Gei­seltal­samm­lung erar­bei­te­ten dafür völ­lig neue Rekon­struk­tio­nen des land­le­ben­den Kro­ko­dils Bove­ri­su­chus und des Groß­lauf­vo­gels Gas­tor­nis. „Für beide Pro­jekte gilt, dass sie drei­di­men­sio­nal und in natür­li­cher Größe aus­ge­führt und gezeigt wer­den. Für das Boverisuchus-Skelett wurde das über­haupt zum ers­ten Mal gemacht und für Gas­tor­nis ist neu, dass erst­ma­lig ein euro­päi­scher Ver­tre­ter der Gat­tung in Form eines mon­tier­ten Ske­let­tes prä­sen­tiert wird“, so Frank Steinheimer.

Zur Aus­stel­lung erscheint ein zwei­spra­chi­ger Katalog:

Alex­an­der K. Has­tings, Meinolf Hell­mund: Aus der

Mor­gen­däm­me­rung: Pfer­de­ja­gende Kro­ko­dile und Riesenvögel.

Neu­este For­schungs­er­geb­nisse zur eozä­nen Welt Deutsch­lands vor ca. 45 Mil­lio­nen Jah­ren, 120 Sei­ten, ISBN:

978-3-940744-61-6

Daten der Ausstellung:

Aus der Mor­gen­däm­me­rung: Pfer­de­ja­gende Kro­ko­dile und Rie­sen­vö­gel Son­der­aus­stel­lung des Zen­tral­ma­ga­zins Natur­wis­sen­schaft­li­cher Samm­lun­gen Natio­nale Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­dina, Jäger­berg 1, 06108 Halle 6. März bis 29. Mai 2015, mon­tags bis frei­tags (außer fei­er­tags), jeweils 10 bis 18 Uhr Ein­tritt frei

Wei­tere Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie unter www.geiseltal-ausstellung.de