IN DER REPUBLIK DES GLÜCKS von Martin Crimp

neues theater Halle (Saale)
neues theater Halle (Saale)

Am Don­ners­tag, 10. März 2016, um 20 Uhr, fei­ert das neue thea­ter Halle mit »In der Repu­blik des Glücks« Pre­miere – mit dabei der inter­na­tio­nal pro­fi­lierte Free-Jazz-Musiker Gün­ter »Baby« Som­mer. Regis­seu­rin Mar­tina Eitner-Acheampong, die in Halle zuletzt die Komö­die »Der Vor­name« insze­nierte, konnte den 1943 gebo­re­nen Schlag­zeu­ger und Per­kus­sio­nis­ten für ihre aktu­elle Arbeit am neuen thea­ter gewinnen.

Die Insze­nie­rung ist gespickt mit jeder Menge Live­mu­sik – zum Teil kom­po­niert, zum Teil impro­vi­siert von Gün­ter »Baby« Som­mer. Das Stück the­ma­ti­siert offen­siv inner­fa­mi­liäre Strei­tig­kei­ten zum »Fest der Liebe«. Hier tischen sich die Figu­ren mit gro­ßer Geste laut­stark ange­staute Frus­tra­tio­nen auf. Auf den gro­ßen Büh­nen von Lon­don bis Ber­lin hat das Stück bereits Pre­miere gefei­ert, immer anders, immer spek­ta­ku­lär – nun in Halle.
Zum Inhalt: Die Drei­tei­lung, die der eng­li­sche Dra­ma­ti­ker Mar­tin Crimp in sei­ner »Repu­blik des Glücks« vor­nimmt, erin­nert an die Topo­gra­fie der Gött­li­chen Komö­die von Dante Ali­ghieri. Die ita­lie­ni­sche Meis­ter­dich­tung aus dem 14. Jahr­hun­dert beschreibt eine visio­näre Reise durch Hölle, Fege­feuer und Para­dies. Crimps Hölle, das kann man unum­wun­den sagen, ist die Fami­lie. Mut­ter, Vater, Kin­der und Groß­el­tern amü­sie­ren sich im Dickicht der Sün­den: Sie gei­zen mit Glüh­bir­nen, nei­den ein­an­der Geschenke und gie­ren gefrä­ßig nach dem Trut­hahn. Die plötz­li­che Ankunft von Onkel Bob und Tante Made­leine för­dert da nur noch mehr fami­liä­res Grauen zutage. Die trau­rige Kon­se­quenz, die sich dar­aus ergibt, ist die totale Abkehr von Fort­pflan­zung und Sipp­schaft. Und so löst sich im zwei­ten Teil des Abends jeg­li­che Gewiss­heit auf: Rol­len und Hand­lung ver­lie­ren ihre kon­krete Form, die Men­schen sind iso­liert. Sie krei­sen um sich selbst, stül­pen gestän­dig ihr Inners­tes nach außen und beteu­ern dabei immer wie­der die unein­ge­schränkte Frei­heit zur Selbst­be­stim­mung: Es wird gesun­gen, gebis­sen und gebeich­tet, was das Zeug hält…

Regie: Mar­tina Eitner-Acheampong | Aus­stat­tung: Jan Stei­gert | Dra­ma­tur­gie: Sophie Sche­rer | Musik: Gün­ter Baby Som­mer | Mit: Hil­mar Eich­horn, Bri­gitte Peters (als Gast), Frank Schil­cher, Stella Hilb, Anke Retz­laff, Harald Höbin­ger, Bet­tina Schnei­der
Die Pre­miere ist bereits aus­ver­kauft. Kar­ten für alle wei­te­ren Vor­stel­lun­gen (18,- Euro/ erm. 12,- Euro) gibt es an der Theater- und Kon­zert­kasse sowie unter Tel. 0345 – 5110 777.

Wei­tere Ter­mine: Sa., 12. März | Mi., 6. April | Do., 12. Mai | jeweils 20 Uhr | Kam­mer / nt