Literatur im Volkspark – Thomas Glavinic, Ulrich Peltzer und Judith Kuckart im März zu Gast

Thomas Glavinic, August 2015, Wien_Foto: Gaby Gerster
Thomas Glavinic, August 2015, Wien_Foto: Gaby Gerster - Literatur im Volkspark 2016

Pünkt­lich zu „Halle liest mit“ star­tet „Lite­ra­tur im Volks­park“ vom 16. bis 18. März 2016 mit außer­ge­wöhn­li­chen Auto­ren. Zu Gast sind Tho­mas Gla­vi­nic, Ulrich Pelt­zer, Judith Kuck­art und für Kin­der liest Lucie Göp­fert. Die Aus­stel­lung „words are my rea­lity – Stu­den­ti­sche Arbei­ten zu Text/Schrift/Sprache an der BURG“ in der Burg Gale­rie im Volks­park Halle beglei­tet die Lesereihe.

Für alle, die schon lange dar­auf war­ten: Der Autor des Best­sel­lers „Das grö­ßere Wun­der“, Tho­mas Gla­vi­nic, wird am Mitt­woch, 16. März 2016, 19.30 Uhr sei­nen neuen, vor weni­gen Tagen erschie­nen Roman „Der Jonas-Komplex“ vor­stel­len. Die mit­rei­ßende Geschichte dreht sich um einen Wie­ner Schrift­stel­ler zwi­schen Dro­gen, Frauen und einer Reise zum Süd­pol. Es geht um die Frage, wer will ich sein und habe ich den Mut, das zu leben. Die Wirk­lich­keit trifft auf die Sehn­sucht nach einem ande­ren Leben.

Tho­mas Gla­vi­nic, 1972 gebo­ren, lebt in Wien und Rom. Seine Bücher wur­den in zwan­zig Spra­chen über­setzt, teil­weise für die Bühne adap­tiert und ver­filmt. Sein Roman „Das grö­ßere Wun­der“ stand auf Platz 1 der öster­rei­chi­schen Best­sel­ler­liste und 2009 auf der Lon­glist zum Deut­schen Buch­preis. Der ORF behaup­tet, Tho­mas Gla­vi­nic habe die öster­rei­chi­sche Lite­ra­tur „entschnarcht“.

Ulrich Pelt­zer ist mit sei­nem hoch­ge­lob­ten Roman „Das bes­sere Leben“ am Don­ners­tag, 17. März 2016, 19.30 Uhr zu Gast. Der meta­phy­si­sche Thril­ler stellt sich bil­der­stark, viel­stim­mig und hoch­po­li­tisch, in typi­schem Peltzer-Sound gran­dios der Kom­ple­xi­tät unse­rer glo­ba­len Wirk­lich­keit. Was hält unsere undurch­schau­bare Welt zusam­men: Träume, Geld­ströme? In den 60er und 70er Jah­ren kämpf­ten junge Men­schen in Ame­rika, Frank­furt und Mos­kau für eine gerech­tere Welt. Doch die Uto­pien sind heute aus­ge­träumt. Aus ehe­ma­li­gen Welt­ver­bes­se­rern sind Mana­ger gewor­den, Akteure der glo­ba­len Wirt­schaft, die ihre Geschäfte zwi­schen Shang­hai, Süd­ame­rika und Mai­land abwi­ckeln. So auch Pelt­zers Prot­ago­nis­ten. Haben sie alles ver­ra­ten? Was wäre das bes­sere Leben? Ein flir­ren­der, rasant erzähl­ter Roman über das 21. Jahrhundert.

Ulrich Pelt­zer, gebo­ren 1956, stu­dierte Psy­cho­lo­gie und Phi­lo­so­phie in Ber­lin, wo er seit 1975 lebt. Er ist Mit­glied der Aka­de­mie der Künste Ber­lin und seine Romane wur­den mit zahl­rei­chen Prei­sen aus­ge­zeich­net, u.a. mit dem Ber­li­ner Lite­ra­tur­preis und dem renom­mier­ten Peter-Weiss-Preis. „Das bes­sere Leben“ stand auf der Short­list des Deut­schen Buch­prei­ses 2015.

Judith Kuck­art liest am Frei­tag, 18. März 2016, 19.30 Uhr aus „Dass man durch Bel­gien muss auf dem Weg zum Glück“. In ihrem neuen Roman erzählt sie dar­über, dass hin­ter jeder All­täg­lich­keit etwas Unge­heu­er­li­ches, das Ver­än­dernde war­ten kann. In Judith Kuckarts Buch taucht es auf: Der acht­zehn­jäh­rige Leon­hard fin­det am Neu­jahrs­mor­gen eine fremde Frau, die auf dem Die­len­bo­den schläft. In der nächs­ten Nacht schläft er mit ihr im Gäs­te­zim­mer. Emi­lie und Maria hin­ge­gen, beide über sieb­zig, sind unter­neh­mungs­lus­tig, wenn auch den Ereig­nis­sen auf ihrer Reise in einen tsche­chi­schen Kur­ort nicht mehr ganz gewach­sen. Judith Kuckarts Bild­welt erin­nert an die Filme von Tar­kow­ski oder Jar­musch. Mit einer tän­ze­risch leich­ten Spra­che und hoch­poe­ti­schen Bil­dern erzählt die Auto­rin „von der Droge Sehn­sucht und ihren ver­hee­ren­den Neben­wir­kun­gen“ und zeigt, dass alles zusam­men­ge­hört: Lust und Schre­cken, Liebe und Tod, Schuld und Glück.

Judith Kuck­art, gebo­ren 1959, lebt als Auto­rin und Regis­seu­rin in Ber­lin und Zürich, nach einer Tanz­aus­bil­dung an der Folkwang-Universität und Stu­dium der Literatur- und Thea­ter­wis­sen­schaf­ten lei­tete sie 1985 bis 1998 das Tanz­thea­ter Sko­ro­nel. Ihre Bücher wur­den mit zahl­rei­chen Prei­sen aus­ge­zeich­net und ihr letz­ter Roman „Wün­sche“ stand 2013 auf der Lon­glist des Deut­schen Buch­prei­ses. Außer­dem schreibt sie Thea­ter­stü­cke und Hörspiele.

Die Hal­len­ser Illus­tra­to­rin Lucie Göp­fert wird am Don­ners­tag, 17. März 2016, 10.00 Uhr aus dem Bil­der­buch „Die Pin­guine fin­den ihr Glück“ für Kin­der ab 4 Jahre lesen. In dem Buch, das sie mit Johanna Lin­de­mann (Text) ver­fasst hat, geht es um den Mut, Neues zu ent­de­cken. Den Pin­gui­nen ist es am Süd­pol zu lang­wei­lig, sie wol­len etwas erle­ben und wan­dern aus. Was sie so alles unter­neh­men und wie es ihnen dabei ergeht, wird in dem Bil­der­buch lus­tig und anschau­lich geschil­dert. Mit groß­ar­ti­gen Bil­dern hat Lucie Göp­fert die Süd­pol­be­woh­ner in Szene gesetzt.

Lucie Göp­fert, gebo­ren 1983, stu­dierte Spiel- und Lern­mit­tel­de­sign an der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle. Wäh­rend des Stu­di­ums ent­deckte sie ihre Liebe für das Illus­trie­ren. Seit­dem bevöl­kern Wasch­bär, Pan­da­bär, Frosch und Eule ihre Bil­der. Ihr Ate­lier hat sie im Desi­gn­haus Halle.

Am Mitt­woch, 09. März 2016, 18.00 Uhr wird die Aus­stel­lung „words are my rea­lity – Stu-dentische Arbei­ten zu Text/Schrift/Sprache an der BURG“ in der Gale­rie im Volks­park Halle eröff­net. The­ma­tisch beglei­tend zu „Lite­ra­tur im Volks­park“ steht der mediale Umgang mit Text, Schrift und Spra­che im Blick­punkt. Neben unter­schied­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen und Her­an­ge­hens­wei­sen geht es auch darum, Ver­än­de­run­gen, die sich durch den Ein­fluss neuer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­dien wie Twit­ter oder Face­book voll­zie­hen, auf­zu­zei­gen.
In einem Open Call wur­den Stu­die­rende aus Kunst und Design ein­ge­la­den, sich zu bewer­ben. Von 74 Bewer­bun­gen wur­den 28 Posi­tio­nen aus­ge­wählt, die sich auf viel­sei­tige Weise mit Fra­gen von Text­pro­duk­tion und -gestal­tung, dem Ver­hält­nis zum Bild sowie mit der Kom­ple­xi­tät von Spra­che aus­ein­an­der­set­zen. Neben den Arbei­ten von Stu­die­ren­den wer­den Gast­bei­träge von Harun Faro­cki, Paule Ham­mer und Una H. Moehrke zu sehen sein.

Pro­gramm:

Aus­stel­lungs­er­öff­nung: Mitt­woch, 9. März 2016, 18.00 Uhr
words are my rea­lity – Stu­den­ti­sche Arbei­ten zu Text/Schrift/Sprache an der BURG
Öff­nungs­zei­ten: 10. bis 27. März 2016, 14.00 bis 19.00 Uhr

Mitt­woch, 16. März 2016, 19.30 Uhr
Tho­mas Gla­vi­nic liest aus „Der Jonas-Komplex“

Don­ners­tag, 17. März 2016, 10.00 Uhr
Lucie Göp­fert liest aus „Die Pin­guine fin­den ihr Glück“
Für Kin­der ab 4 Jahre

Don­ners­tag, 17. März 2016, 19.30 Uhr
Ulrich Pelt­zer liest aus „Das bes­sere Leben“

Frei­tag, 18. März 2016, 19.30 Uhr
Judith Kuck­art liest aus „Dass man durch Bel­gien muss auf dem Weg zum Glück“

Eine Ver­an­stal­tung der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle, Volks­park Halle e.V. und der Stadt Halle. Mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Bau­ver­ein Halle & Leuna eG und der GP Gün­ter Papen­burg AG.

Pro­gramm und Kon­takt:
Doris Sos­sen­hei­mer, Dra­ma­tur­gin, Tel. 030 8216626,
Det­lef Stall­baum, Lei­ter Fach­be­reich Kul­tur, Stadt Halle, Tel. 0345 2213002,

Ein­tritt: 5,00 €
Lesung mit Lucie Göp­fert: Ein­tritt frei

Wei­tere Infor­ma­tio­nen erhal­ten Sie unter www.burg-halle.de