Auszeichnung beim Deutschen Hochschulbaupreis 2016 für die Mediathek der BURG

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle_(c) Marco Warmuth
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle_(c) Marco Warmuth

Der Neu­bau der Media­thek der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle wurde bei der Ver­lei­hung des Deut­schen Hoch­schul­bau­prei­ses 2016 am 4. April im Rah­men der ach­ten Gala der Deut­schen Wis­sen­schaft in Ber­lin mit einer Aus­zeich­nung in Höhe von 5.000 Euro prä­miert. Preis­trä­ger, dotiert mit 15.000 Euro, ist das Kol­le­gi­en­ge­bäude Mathe­ma­tik des Karls­ru­her Insti­tu­tes für Tech­no­lo­gie, eine wei­tere Aus­zeich­nung über 5.000 Euro erhielt die TU Chem­nitz für den Weinhold-Bau.

Die Jury, die die Aus­zeich­nung für die Media­thek der BURG ver­gab, urteilte: „Das hier vor­ge­stellte Gebäude zählt zwei­fels­ohne zu den Königs­auf­ga­ben, der sich ein Pla­ner­team stel­len kann: in einer weit­läu­fi­gen Gar­ten­an­lage, umge­ben von his­to­ri­schen Erb­stü­cken und genutzt von Kunst­stu­die­ren­den soll eine neue Media­thek ent­ste­hen. Eine sol­che Auf­gabe for­dert Augen­maß und eine hohe Pro­fes­sio­na­li­tät im Umgang mit den bau­li­chen Mit­teln. Bei­des ist hier vor­bild­lich gelöst wor­den. Der schöne schlanke Bau fügt sich selbst­ver­ständ­lich in die beste­hende bau­li­che Nach­bar­schaft der Bau­denk­male ein, fin­det eine über­zeu­gende Balance zwi­schen der respekt­vol­len Unter­ord­nung und einer sou­ve­rä­nen Eigenständigkeit.

Klug ist, das Neue außer­halb jeder Kon­kur­renz als pavil­lon­ar­ti­ges Gebäude, ähn­lich der Tra­di­tion frü­he­rer Oran­ge­rien in die Park­an­lage ein­zu­bet­ten. Zwei- eigent­lich drei­ge­schos­sig in den Hang gescho­ben, mit einer bewun­derns­wer­ten Dis­zi­plin im bau­li­chen Detail. Über­zeu­gend ist die Klar­heit der bau­li­chen Struk­tur, die Defi­ni­tion der Gebäu­de­hülle, die feine Rhyth­mi­sie­rung der höl­zer­nen Fas­sa­den­ele­mente. Diese Klar­heit setzt sich auch im Gebäudein­ne­ren fort, die Struk­tur ist ein­fach. Ent­stan­den sind sau­bere Räume, gut in ihrer Pro­por­tion und der Nut­zung ange­mes­sen. Die zwei­ge­schos­sig hohen Räume an den Stirn­sei­ten bin­den den räum­li­chen Vor­trag zu einem Gan­zen. Dazu zählt das große Fens­ter an der Stirn­seite, als Aus­blick in die Stadt und es ist nicht ver­wun­der­lich, dass diese Ein­rich­tung zu einem öffent­li­chen Haus gewor­den ist, das weit mehr Besu­cher zählt als alleine die Mit­glie­der der Kunsthochschule.

Das Ganze kann nur funk­tio­nie­ren, durch den brei­ten, über die Gren­zen des Haupt­ge­bäu­des hin­aus­ra­gen­den Bau­teil im Unter­ge­schoss, in dem das Archiv unter­ge­bracht ist. Und der ist mas­siv in Beton gegos­sen – anders wäre es nicht mög­lich, obgleich diese Maß­nahme die Öko­bi­lanz die­ses Objek­tes nicht unwe­sent­lich belastet.“

Der Neu­bau wurde vom Dresd­ner Archi­tek­tur­büro „F 29 Archi­tek­ten“ in Zusam­men­ar­beit mit „ZILA Freie Archi­tek­ten“ aus Leip­zig ent­wor­fen und umge­setzt. Ihm ging ein inter­na­tio­na­ler Archi­tek­tur­wett­be­werb für die neue „Media­thek, Bibliotheks- und Leis­tungs­zen­trum für inte­grier­tes Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle“ vor­aus. Aus 123 Bewer­bun­gen wur­den 30 natio­nale und inter­na­tio­nale Archi­tek­tur­bü­ros aus­ge­wählt und zur Teil­nahme am Wett­be­werb ein­ge­la­den, aus denen schließ­lich der Sie­ger­ent­wurf von „F 29 Archi­tek­ten“ hervorging.

Die Biblio­thek der Burg Gie­bi­chen­stein Kunst­hoch­schule Halle ist die wich­tigste wis­sen­schaft­li­che Spe­zi­al­bi­blio­thek zu Kunst und Design des 20./21. Jahr­hun­derts in Sachsen-Anhalt. Sie ist auch für Nut­zer der Region Halle frei zugänglich.

Den Deut­schen Hoch­schul­bau­preis hat die Deut­sche Uni­ver­si­täts­stif­tung unter der Schirm­herr­schaft des Bun­des­bau­mi­nis­te­ri­ums zum drit­ten Mal aus­ge­lobt. Die Aus­zeich­nung unter­stützt die Eberhard-Schöck-Stiftung mit einem Preis­geld in einer Gesamt­höhe von 25.000 Euro. Um den Preis haben sich 37 Hoch­schu­len mit 40 Bau­pro­jek­ten aus zehn Bun­des­län­dern beworben.

Mit dem Preis­trä­ger und den bei­den Aus­zeich­nun­gen wer­den bei­spiel­hafte Hoch­schul­ge­bäude oder -ensem­bles gewür­digt, die eine beson­dere bau­kul­tu­relle Qua­li­tät auf­wei­sen bzw. von einem vor­bild­li­chen Umgang mit his­to­ri­scher Bau­sub­stanz zeu­gen. Sie ver­ei­nen in her­aus­ra­gen­der Weise ästhe­ti­sche und funk­tio­nale Gesichts­punkte und sind als Hoch­schul­ge­bäude für Stu­die­rende und Hoch­schul­leh­rer attrak­tiv. Zugleich sind sie dem nach­hal­ti­gen Bauen in öko­lo­gi­scher, öko­no­mi­scher und sozio-kultureller Hin­sicht ver­pflich­tet und tra­gen posi­tiv zur Gestal­tung des öffent­li­chen Rau­mes bei.

Das Bun­des­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit hat den Preis finan­zi­ell unter­stützt, die fach­li­che Betreu­ung wurde vom Bun­des­amt für Bau­we­sen und Raum­ord­nung übernommen.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen unter: Deut­sche Universitaetsstiftung

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Neu­bau der Media­thek fin­den Sie unter: www.burg-halle.de