Verborgene Welten: Neue Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Halle

Foto: Uni Halle/Katharina Ziegler
Foto: Uni Halle/Katharina Ziegler

Leuch­tend bunt und mikro­sko­pisch nah: Seit kur­zem kön­nen Besu­cher des Bota­ni­schen Gar­tens der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) mit Hilfe von QR-Codes und ihrem Han­dy­dis­play den Pflan­zen noch näher kom­men. Die Aus­stel­lung „Ver­bor­gene Wel­ten“ ermög­licht den Blick auf Detail­auf­nah­men, die weder mit blo­ßem Auge noch mit der Lupe zu erken­nen sind.

Die Aus­stel­lung umfasst 14 Pflan­zen­ar­ten und wird kon­ti­nu­ier­lich erwei­tert. Mit Hilfe von QR-Codes, die neben den Pflan­zen ange­bracht sind, wer­den die Infor­ma­tio­nen Inter­es­sier­ten näher­ge­bracht. Scannt der Besu­cher die Codes mit­tels Smart­phone oder Tablet, zei­gen sich far­ben­frohe Mikro­sko­p­au­f­nah­men von bestimm­ten Aus­schnit­ten der Pflanze. Doch auch wer kein Smart­phone besitzt, kann die Auf­nah­men bestau­nen: Im kürz­lich reno­vier­ten Wasch­haus, dem ältes­ten Gebäude der Uni­ver­si­tät Halle, hängt ein ein­fach mit den Fin­gern zu bedie­nen­der Touch­screen, auf dem die Bil­der ange­schaut wer­den kön­nen.
Die Auf­nah­men, die auf dem Dis­play zu sehen sind, wur­den von Dr. Mat­thias Hoff­mann, dem Kus­tos des Bota­ni­schen Gar­tens der MLU, mit Maß­stab und zum Teil auch mit Erklä­run­gen ver­se­hen, sodass auch dem Laien klar wird, was er vor Augen hat. Hoff­mann war es auch, der die Idee für die Aus­stel­lung hatte, die durch eine groß­zü­gige Spende einer Gar­ten­lieb­ha­be­rin mög­lich wurde. Der Bota­ni­ker hat sich bewusst dage­gen ent­schie­den, die am Com­pu­ter erzeug­ten Bil­der auf Tafeln zu dru­cken. „Die Auf­nah­men sind so detail­reich und von einer außer­or­dent­li­chen Farb­bril­lanz, bei­des geht bei dem Druck auf Tafeln ver­lo­ren“, so Hoff­mann. Wei­ter erklärt der Kus­tos: „Beim Blick auf das Handy haben die Besu­cher die glei­che Erfah­rung wie der Wis­sen­schaft­ler am Mikro­skop, wo die Anschau­ungs­ob­jekte in ihrer gan­zen Fas­zi­na­tion zur Gel­tung kom­men.„
Die mikro­sko­pi­schen Auf­nah­men wer­den nach dem Prin­zip der erwei­ter­ten Tie­fen­schärfe am Rech­ner erzeugt. Dabei wer­den meh­rere Auf­nah­men des Unter­su­chungs­ob­jekts gemacht, wobei der Fokus immer auf einer ande­ren Ebene liegt, wäh­rend der Rest des Objekts unscharf ist. Für das end­gül­tige Resul­tat wer­den dann alle Auf­nah­men vom Rech­ner mit­ein­an­der ver­bun­den. So fügen sich die schar­fen Sequen­zen der Ein­zel­bil­der zu einem neuen Bild zusam­men, wel­ches dann das ganze Objekt voll­kom­men scharf zeigt.
Doch die schil­lern­den Ergeb­nisse haben nicht nur einen ästhe­ti­schen Wert für die Besu­cher. Auch für den Fach­mann eröff­nen sich dadurch ganz neue Per­spek­ti­ven. So wer­den Pflan­zen­de­tails in einer vor­her nicht gekann­ten Detail­treue ersicht­lich. „Dadurch las­sen sich Struk­tu­ren erken­nen, von deren Funk­tion wir keine Ahnung haben und die viel­leicht loh­nende Objekte für wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen sind“, erklärt Hoffmann.

Aus­stel­lung: „Ver­bor­gene Wel­ten„
Bota­ni­scher Gar­ten der Uni­ver­si­tät Halle
Am Kirch­tor 3
06108 Halle (Saale)
Sai­son­öff­nung bis 28. Okto­ber 2016: Mon­tag bis Frei­tag: 14 bis 18 Uhr; Sams­tag, Sonn­tag, Fei­er­tage: 10 bis 18 Uhr
Der Aus­stel­lungs­be­such ist im Ein­tritts­preis des Bota­ni­schen Gar­tens ent­hal­ten. Erwach­sene bezah­len 2 Euro, ermä­ßigt und Kin­der ab 6 Jahre 1 Euro.