Neue Sammlung für das Archäologische Museum der Uni Halle

Exponate Archäologisches Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Foto: Maike Glöckner
Exponate Archäologisches Museum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Foto: Maike Glöckner

Seit Dezem­ber ist das Archäo­lo­gi­sche Museum der Uni Halle um 80 Expo­nate rei­cher: Die wert­volle Samm­lung des Alt­rek­tors Otto Kern konnte mit­hilfe der Erben und der Ernst von Sie­mens Kunst­stif­tung im vol­len Umfang von der Uni­ver­si­tät erwor­ben wer­den. Die 80-teilige mit weni­gen Aus­nah­men unpu­bli­zierte Samm­lung umfasst antike Gegen­stände, wie einen Tel­ler mit einer sehr sel­te­nen Orpheus-Darstellung und ein Elfen­bein­re­lief, das die grie­chi­sche Göt­tin Pot­nia The­ron zeigt.

Das Beson­dere ist, dass es sich um eine geschlos­sene Samm­lung han­delt, deren Her­kunft sich lücken­los nach­voll­zie­hen lässt“, erklärt Prof. Dr. Ste­fan Leh­mann, Kus­tos des Muse­ums. Die Samm­lung über­dau­erte die Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus’ und des DDR-Regimes fast unbe­scha­det im Fami­li­en­be­sitz. Die Expo­nate stel­len laut Leh­mann eine sinn­volle Ergän­zung zum ori­gi­na­len Samm­lungs­be­stand des Archäo­lo­gi­schen Muse­ums dar, in dem seit 125 Jah­ren Expo­nate aus dem alten Grie­chen­land, Rom oder Ägyp­ten zu sehen sind. „Ein Teil der neuen Samm­lung ist für Aus­stel­lungs­zwe­cke gedacht und fin­det in den Aus­stel­lungs­räu­men Platz“, sagt der Lei­ter des Archäo­lo­gi­schen Muse­ums und fügt hinzu: „Der andere Teil soll der Lehre und For­schung dienen.“

Der Samm­ler Otto Kern war seit 1907 als Pro­fes­sor für Klas­si­sche Phi­lo­lo­gie und Archäo­lo­gie an der Uni Halle tätig. Kern machte sich einen Namen als Aus­grä­ber und Bear­bei­ter der Inschrif­ten von Magne­sia am Mäan­der in der heu­ti­gen Tür­kei. Er hat zur grie­chi­schen Reli­gion und zur Geschichte der Alter­tums­wis­sen­schaf­ten geforscht. 1915 wurde er zum Rek­tor der Uni­ver­si­tät gewählt, 1942 starb er in Halle. „Somit hat die Samm­lung auch einen his­to­ri­schen Bezug zu unse­rer Alma Mater“, so Lehmann.

Dass die Samm­lung Kern im vol­len Umfang von der Uni­ver­si­tät erwor­ben wer­den konnte, ist den Erben des Archäo­lo­gen Otto Kern zu ver­dan­ken. Sie haben der Uni Halle die Pri­vat­samm­lung zum Kauf ange­bo­ten, nach­dem das Museum schon seit län­ge­rer Zeit mit ihnen in Kon­takt stand. Gelin­gen konnte der Ankauf der Gelehr­ten­samm­lung dank einer groß­zü­gi­gen Finan­zie­rung durch die Ernst von Siemens-Kunststiftung.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen unter Archäo­lo­gi­sches Museum der MLU