Wissenschaftliche Gesellschaft zur Erforschung der Aufklärung in Halle (Saale) gegründet

Die Gründungsmitglieder der Gesellschaft im ehemaligen Visitenzimmer von Christian Wolff im Christian-Wolff-Haus (Stadtmuseum Halle) Foto: © Corey Dyck/Christian-Wolff-Gesellschaft/2017

Anläss­lich des 338. Geburts­tags von Chris­tian Wolff (1679–1754) wurde am 24. Januar 2017 in sei­nem ehe­ma­li­gen Wohn­haus in der Gro­ßen Mär­ker­straße 10 (Stadt­mu­seum Halle) die „Christian-Wolff-Gesellschaft für die Phi­lo­so­phie der Auf­klä­rung“ gegrün­det.
Chris­tian Wolff, der Namens­ge­ber der Gesell­schaft, war von 1706 bis 1723 und von 1740 bis zu sei­nem Tod Pro­fes­sor zunächst für Mathe­ma­tik an der Friedrichs-Universität in Halle. Als Folge sei­nes euro­pa­weit für Auf­se­hen sor­gen­den Kon­flikts mit den Pie­tis­ten musste er Preu­ßen zwi­schen­zeit­lich ver­las­sen und lehrte sehr erfolg­reich an der Uni­ver­si­tät Mar­burg. Mit sei­nen in deut­scher und latei­ni­scher Spra­che ver­fass­ten Schrif­ten zur Logik und Mathe­ma­tik, zur Meta­phy­sik und Ethik, zum Natur­recht und zu vie­len ande­ren The­men, nicht zuletzt aber auch auf­grund sei­ner zahl­rei­chen Schü­ler übte er einen weit über Deutsch­land hin­aus­ge­hen­den Ein­fluss auf „das Zeit­al­ter der Auf­klä­rung“ (I. Kant) aus.

Zweck der Gesell­schaft ist die För­de­rung von Wis­sen­schaft und For­schung auf dem Gebiet der Phi­lo­so­phie im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, die auch in ihrer wis­sen­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len, gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Bedeu­tung für die Gegen­wart the­ma­tisch wer­den soll. Ins­be­son­dere steht die Erfor­schung der Phi­lo­so­phie von Chris­tian Wolff, sei­ner Schü­ler sowie sei­ner Kri­ti­ker im Vor­der­grund. Ziel ist es, For­schungs­er­geb­nisse über Ver­an­stal­tun­gen, Publi­ka­tio­nen und wei­tere Pro­jekte sowohl der Fach­öf­fent­lich­keit, als auch einem brei­te­ren, inter­es­sier­ten Publi­kum zu prä­sen­tie­ren. Fer­ner besteht die Absicht, Wolff und seine Leis­tun­gen sowie Halle als Zen­trum der Auf­klä­rung inter­na­tio­nal bekannt zu machen und zu wür­di­gen. Zum 1. Vor­sit­zen­den wurde Prof. Dr. Hei­ner F. Klemme gewählt, der Phi­lo­so­phie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lehrt.