Premiere im neuen theater: KÖNIG LEAR

König Lear ist alt und müde. Er will sein Impe­rium unter den drei Töch­tern auf­tei­len. Dazu ver­langt er ihnen ein größt­mög­li­ches Lie­bes­be­kennt­nis ab, das die Jüngste jedoch ver­wei­gert: Sie liebe ihn nicht weni­ger, aber auch nicht mehr, als eine Toch­ter ihren Vater eben lie­ben kann. Gekränkt von die­ser Sach­lich­keit ver­stößt Lear sei­nen Lieb­ling. Dabei über­sieht er, dass ihn die bei­den ver­blei­ben­den Töch­ter trotz voll­mun­di­ger Bekun­dun­gen abschie­ben und das Erbe an sich rei­ßen wol­len. Unter­stüt­zung bekom­men die gie­ri­gen Thron­fol­ge­rin­nen von ihren Ehe­män­nern. Und auch abseits des Fami­li­en­clans wer­den Kräfte wach: Die Aus­ge­grenz­ten nut­zen den Moment des Umbruchs und gestal­ten den Zer­fall der Elite mit.
In die­ser stra­te­gi­schen Wirr­nis schafft sich der fie­bernde Lear seine ganz eigene Welt. Beglei­tet von sei­nem treuen Bera­ter Kent und einem scher­zen­den Nar­ren setzt er drau­ßen im Sturm den geplatz­ten Fami­li­en­traum zu einem scho­nungs­lo­sen Welt­bild neu zusam­men und gewinnt Klar­heit über sich und die Beschaf­fen­heit des Men­schen.
»König Lear« ist nicht nur eine Erzäh­lung über den bedroh­li­chen Zustand eines allzu kom­ple­xen Welt­ge­fü­ges. Shake­speares tra­gi­ko­mi­sches Stück erin­nert uns auch an den Umgang mit Alter, Krank­heit und Wahn­sinn. In rohen Vor­zei­ten wur­den mit der hei­li­gen Keule die arbeits­un­fä­hi­gen Greise erschla­gen; die höhere Kul­tur erst schützte das Alter. Wo ste­hen wir heute?

Mit: Nils Thor­ben Bart­ling, Anne­ma­rie Brünt­jen, Hil­mar Eich­horn, Alex­an­der Gam­nit­zer, Harald Höbin­ger, Sonja Ise­mer, Paul Maxi­mi­lian Pira (Stu­dio), Hagen Rit­schel, Till Schmidt, Bet­tina Schnei­der, Elke Rich­ter, Mat­thias Walter

REGIE Hen­ri­ette Hör­nigk | BÜHNE UND KOSTÜME Claudia-Charlotte Burchard | SOUND Bernd Brad­ler | DRAMATURGIE Sophie Scherer

PREMIERE: 28. April 2017, Saal/ neues thea­ter
Tickets und Ter­mine unter: www.buehnen-halle.de