Doppelgänger-Festival: Ausstellung „Lebensgefährten. Von Puppen und ihren Menschen“ ab 27. April in den Franckeschen Stiftungen

Ausstellung "Lebensgefährten. Von Puppen und ihren Menschen", Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Im Rah­men der The­men­wo­che „Dop­pel­gän­ger“ zum 60-jäh­ri­gen Bestehen des Pup­pen­thea­ters Hal­le eröff­nen die Francke­schen Stif­tun­gen am Sonn­tag, 27. April 2014 um 14 Uhr die Aus­stel­lung „Lebens­ge­fähr­ten. Von Pup­pen und ihren Men­schen“. Auf 300 qm Aus­stel­lungs­flä­che im His­to­ri­schen Wai­sen­haus zei­gen die Kura­to­ren die Geschich­te, Bedeu­tung und Viel­falt der „Pup­pe“ als Lebens­ge­fähr­te des Men­schen. Das Span­nungs­feld zwi­schen Abbild und gleich­zei­ti­gem Pro­dukt des Men­schen insze­niert die Aus­stel­lung mit ca. 200 Objek­ten, von der stein­zeit­li­chen Venus über ein­zig­ar­ti­ge Mario­net­ten des ita­lie­ni­schen Groß­meis­ters der Mario­net­ten­kunst Car­lo Col­la e Fig­li bis hin zu einem Crahs­test-Dum­my aus dem Mer­ce­des-Test­la­bor. Nicht feh­len wer­den in der Schau die ani­mier­ten Pup­pen aus Com­pu­ter­spie­len und Fern­seh­fil­men.Men­schen fer­tig­ten seit jeher Pup­pen aus ver­schie­de­nen Mate­ria­li­en. Auch
in der Kunst- und Natu­ra­li­en­kam­mer des Hal­le­schen Wai­sen­hau­ses sind sie
ver­tre­ten. Pup­pen als Stell­ver­tre­ter für Natio­nen und Völ­ker­grup­pen waren
bereits vor 300 Jah­ren Teil des Anschau­ungs­un­ter­richts an den Schu­len
August Her­mann Franckes. In den sie­ben Aus­stel­lungs­räu­men unter­halb
der ein­zig­ar­ti­gen Samm­lung wird die gan­ze Welt der Pup­pen auf­ge­fä­chert.
Nach einem kur­zen Rund­gang durch Chro­nik und Typo­lo­gie der Pup­pe
wech­seln die Besu­cher die Posi­ti­on und fin­den sich inmit­ten über­di­men­sio­nier­ter
Innen­ar­chi­tek­tur selbst in der Pup­pen­welt wie­der, wie sie vor 450
Jah­ren mit den ers­ten Pup­pen­häu­sern ent­wi­ckelt wur­de.
Mario­net­te und Hand­pup­pe, Hand­stab- und Klapp­maul­fi­gur, japa­ni­sche
Bun­ra­ku und latein­ame­ri­ka­ni­sche Fan­to­ches-Pup­pen ver­ar­bei­ten künst­le­risch
das Abbild des Men­schen und wer­den in einem opu­len­ten Büh­nen­bild
leben­dig. Zu Mario­net­ten aus dem rei­chen Fun­dus des Pup­pen­thea­ters in
Hal­le gesel­len sich in der Aus­stel­lung wert­vol­le Pup­pen aus der berühm­ten
Mario­net­ten­spiel­erfa­mi­lie Com­pa­gnia Car­lo Col­la e Fig­li aus Ita­li­en. Die
Aus­stel­lung zeigt, wie in Thea­ter, Buch und Film Auto­ren und Fil­me­ma­cher
den Pup­pen nach Belie­ben Leben ein­hauch­ten. Im Zeit­al­ter der Medi­en
tau­chen Pup­pen in Com­pu­ter­spie­len und Fern­seh­fil­men auf und wer­den zu
belieb­ten Seri­en­hel­den. Der leb­lo­se, und den­noch dem Men­schen bis ins
Detail ähn­li­che Crash­test-Dum­my führt in der Aus­stel­lung den Besu­chern
vor Augen: Pup­pen wer­den geliebt, ver­misst, ver­lacht, benutzt oder gehasst.
Immer aber begeg­ne­te der Mensch sei­nem selbst­ge­schaf­fe­nen Abbild
mit Empa­thie.
Die­ses ganz per­sön­li­che Ver­hält­nis zwi­schen Pup­pe und Mensch zeigt
Raum 6 der Aus­stel­lung. Vie­le Hal­len­ser waren dem Auf­ruf gefolgt, haben
ihre Pup­pe zur Ver­fü­gung gestellt und die Geschich­te ihrer Bezie­hung ver­ra­ten.
Das dürf­te auch Fami­li­en und Kin­der begeis­tern, die ganz beson­ders
in die Pup­pen­schau ein­ge­la­den sind. Erstau­nen wird das Alter der Pup­pen,
deren ers­te Ver­tre­ter bereits bis in die Stein­zeit zurück­rei­chen. Ent­zü­cken
wer­den die ers­ten Pup­pen­stu­ben als Abbild des Pri­vat­le­bens und Erin­ne­run­gen
wer­den Omas Pup­pen­mo­del­le sowie die ani­mier­ten Fern­seh­lieb­lin­ge
wie das Sand­männ­chen als dienst­äl­tes­ter Seri­en­held wecken.
Die Aus­stel­lung wur­de vom Bureau für Begeis­te­rung unter Betei­li­gung
meh­re­rer Exper­ten kura­tiert und von den hal­li­schen Künst­lern Susan­ne
Ber­ner und Lutz Grum­bach gestal­tet.

Eröff­nung am Sonn­tag, 27.04.2014, 14 Uhr
Heim­lich-unheim­li­che Pup­pe.
Ein Kapi­tel zur Besee­lung der Din­ge
Fest­vor­trag von Prof. Dr. Gun­del Mat­ten­klott, Ber­lin
Frey­ling­hau­sen-Saal

14-18 Uhr Wir las­sen Pup­pen tan­zen
Work­shop für Kin­der im Kro­ko­se­um mit Syl­via Wer­ner, Pup­pen­thea­ter Hal­le

Öff­nungs­zei­ten & Adres­se
27. 04. – 31.08.2014 I Di-So 10-17 Uhr
His­to­ri­sches Wai­sen­haus
Francke­platz 1 Haus 37
06110 Hal­le (Saa­le)
Ein­tritt 6 Euro, erm. 4 Euro, Kin­der bis 18 Jah­re frei

Begleit­pro­gramm zur Aus­stel­lung:

1. Mai, 18  Uhr / Pup­pen fra­gen, Wis­sen­schaft­ler ant­wor­ten. Eine Talk­show zwi­schen Pup­pen und Men­schen mit Prof. Dr. Sibyl­le Baum­bach und Dr. Gor­don Kam­pe (Ver­an­stal­tung der Natio­na­len Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Leo­pol­di­na)

4. Mai, 14 – 18 Uhr / Fami­li­en­work­shop im Kro­ko­se­um / 15.00 Uhr / Pinoc­chio. Lesung mit Andre­as Hill­ger / 16.00 Uhr Kura­to­ren­füh­rung  //

10. Mai, 18 – 22 Uhr Fami­li­en­work­shop im Kro­ko­se­um / 18.30 / 20.30 Uhr Kura­to­ren­füh­run­gen (Lan­ge Nacht der Muse­en) //

25. Mai, 15-18 Uhr Fami­li­en­work­shop im Kro­ko­se­um

12. Juni, 18 Uhr /  „Mein Hirn hat kein Inter­es­se an lang­wei­li­gen Sachen“ Ralph Cas­pers im Gespräch. (Kar­ten: 4 Euro, Kin­der und Jugend­lich (bis 18 Jah­re) frei)

4. Juli, 18 – 22 Uhr / Bio­me­cha­nik – die Bewe­gungs­ge­setz­te von Mensch und Pup­pe. Vor­füh­run­gen und Work­shops für Kin­der und Erwach­se­ne (Lan­ge Nacht der Wis­sen­schaf­ten) /

22. Juli  – 3. Sep­tem­ber / Wir las­sen die Pup­pen tan­zen – Feri­en­pro­gramm im Kro­ko­se­um

Kultur- und Öffentskeitsarbeit Franckesche Stiftungen