Doppelgänger-Festival: Ausstellung „Die Puppe in der Moderne“ ab 25. April im Kunstverein „Talstrasse“ e. V.

Rudolf Wacker_Schäfchen und Puppe_Öl auf Holz_1934_Sammlung Österreichische Nationalbank
Rudolf Wacker_Schäfchen und Puppe_Öl auf Holz_1934_Sammlung Österreichische Nationalbank

Im Zeit­raum vom 25. April bis 6. Juli 2014 betei­ligt sich der Kunst­ver­ein “Tal­stras­se“ e.V. mit einer Aus­stel­lung zur „Pup­pe in der Moder­ne“ an der The­men­wo­che „Dop­pel­gän­ger – Von Pup­pen, Men­schen und Maschi­nen“, die im Rah­men des Jubi­lä­ums 60 Jah­re Pup­pen­thea­ter in Hal­le (Saa­le) statt­fin­det.
Die Aus­ein­an­der­set­zung mit künst­li­chen Kör­pern hat am Beginn des 20. Jahr­hun­derts vie­le bil­den­de Künst­ler inspi­riert. So befass­te sich der Bau­haus-Meis­ter Oskar Schlem­mer inten­siv mit Tex­ten von Hein­rich von Kleist („Über das Mario­net­ten­thea­ter“) und E. T. A. Hoff­mann („Der Sand­mann“, „Die Auto­ma­te“), wäh­rend er sei­ne Büh­nen­ex­pe­ri­men­te ent­wi­ckel­te. Die Sur­rea­lis­ten expe­ri­men­tier­ten mit dem Cadav­re Exquis, bei dem meh­re­re Auto­ren für ein­zel­ne Seg­men­te eines Kör­pers zustän­dig waren. Bei Gior­gio de Chi­ri­co fin­det sich die gesichts­lo­se Glie­der­pup­pe des Mani­chi­no – und Paul Klee bau­te für sei­nen Sohn Felix ein Pup­pen­thea­ter, das mit einem viel­köp­fi­gen Ensem­ble bespielt wur­de.

Zwei extre­me Posi­tio­nen, die den Pup­pen­kör­per als sexu­ell auf­ge­la­de­nen Fetisch begrei­fen, sol­len in unse­rem Kon­zept im Mit­tel­punkt ste­hen. Das sind einer­seits die Pup­pen-Foto­gra­fi­en von Hans Bell­mer (1902-1975). Bell­mer redu­ziert den weib­li­chen Kör­per auf den Tor­so, er ver­schraubt dop­pel­te Bein­paa­re oder mon­tiert Pro­the­sen auf den künst­li­chen Leib. Ein ganz ande­rer Impuls trieb den Maler Oskar Kokosch­ka (1886-1980), als er nach dem Ende sei­ner Affä­re mit Alma Mah­ler 1918 bei der Mün­che­ner Pup­pen­baue­rin Her­mi­ne Moos eine mög­lichst lebens­ech­te Nach­bil­dung sei­ner Gelieb­ten in Auf­trag gab.

Das Kon­zept der Aus­stel­lung wird mit Arbei­ten zahl­rei­cher natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Künst­ler ergänzt und führt den Besu­cher ent­lang eines roten Fadens durch die Welt der Pup­pen in der bil­den­den Kunst des 20. und 21. Jahr­hun­derts. Bei­spiel­haft sol­len Gior­gio de Chi­ri­co, Rudolf Dischin­ger, Han­nah Höch, Karl Hofer, Paul Klee, Oskar Schlem­mer, Rudolf Wacker und Sig­hard Gil­le, Bern­hard Hei­sig, Harald Metz­kes, Uwe Pfei­fer, Wil­li Sit­te, Karl Völ­ker benannt sein.

Öff­nungs­zei­ten & Adres­se
25. April bis 6. Juli 2014
Di – Fr 14 bis 19 Uhr, Sa und So 14 bis 17 Uhr

Kunst­ver­ein „Tal­stras­se“ e.V.
Tal­stra­ße 23
06120 Hal­le (Saa­le)
Tel.: 0345 - 55 07 510