Doppelgänger-Festival: Festkonzert der Staatskapelle Halle

Foto: Theater, Oper und Orchester GmbH Copyright: Gert Kiermeyer

Wenn man das „Doppelgänger“-Motto zum 60-jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Pup­pen­thea­ters Hal­le als the­ma­ti­sche Vor­ga­be für das Fest­kon­zert unter der Lei­tung von Gene­ral­mu­sik­di­rek­tor Josep Cabal­lé-Domen­ech ver­steht, dann wirkt das Pro­gramm zunächst irri­tie­rend. Erst bei genaue­rem Hin­se­hen zeigt sich, dass der Abend von Stü­cken eröff­net und beschlos­sen wird, in denen sich Aspek­te des Fest­wo­chen-The­mas auf sub­ti­le Wei­se wie­der­fin­den. Da ist einer­seits die 9. Sin­fo­nie von Dmi­tri Schosta­ko­witsch, in der sich der Kom­po­nist von den Erwar­tungs­hal­tun­gen Sta­lins eman­zi­pier­te und statt der gefor­der­ten Hym­ne ein selt­sam unhe­roi­sches Werk ablie­fer­te – eine Eman­zi­pa­ti­on der Kunst von den Vor­ga­ben der schein­bar über­mäch­ti­gen Poli­tik, ein Akt der Mensch­wer­dung für einen als Mario­net­te der Macht gehal­te­nen Musi­ker.

Die Krö­nung des Abends bleibt hin­ge­gen einer Tri­umph-Musik vor­be­hal­ten: Mit „Wel­ling­tons Sieg oder Die Schlacht bei Vit­to­ria“ schuf Lud­wig van Beet­ho­ven ein Werk, das ursprüng­lich für einen Musik­au­to­ma­ten aus der Werk­statt des begna­de­ten Kon­struk­teurs Johann Nepo­muk Mäl­zel vor­ge­se­hen war. Doch der musi­ka­li­sche Geni­us bezwang den mecha­ni­schen „Dop­pel­gän­ger“ eines Sin­fo­nie­or­ches­ters – so dass das Werk am 8. Dezem­ber 1813 schließ­lich von rea­len Musi­kern in Wien urauf­ge­führt wer­den muss­te.

Zwi­schen die­sen bei­den Wer­ken prä­sen­tie­ren sich mit der hal­le­schen Pri­ma­don­na Rome­lia Lich­ten­stein sowie der Echo-Preis­trä­ge­rin und Hän­del-Exper­tin Ragna Schir­mer zwei Aus­nah­me-Künst­le­rin­nen, die dem Pup­pen­thea­ter Hal­le eng ver­bun­den sind. Als pro­mi­nen­te Gra­tu­lan­tin­nen brin­gen sie Pre­zio­sen wie Vin­cen­zo Bel­li­nis Bra­vour-Arie „Cas­ta Diva“ aus der Oper „Nor­ma“ sowie Beet­ho­vens fünf­tes Kla­vier­kon­zert zu Gehör.

Ort: Opern­haus Hal­le

Ter­min: So, 27. April, 19.30 Uhr

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