Aus Anlass dieser Jubelfeier“: Ausstellung im Universitätsmuseum zeigt prachtvolle Glückwunschschreiben

Martin-Luther-Universität, Universitätsplatz, Foto Stadt Halle, Th. Ziegler

Erst­mals zeigt die Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg eine umfas­sen­de Schau der präch­tigs­ten Glück­wunsch­adres­sen und Gruß­rol­len aus den Bestän­den ihres Archivs. Die Son­der­aus­stel­lung, die vom 7. Mai bis zum 6. Juli 2014 im Uni­ver­si­täts­mu­se­um im Löwen­ge­bäu­de zu sehen ist, zeigt unter dem Titel „Aus Anlass die­ser Jubel­fei­er … - Gra­tu­la­ti­ons­kul­tur im 19. und 20. Jahr­hun­dert“ beein­dru­cken­de Objek­te, die Uni­ver­si­tä­ten, zum Bei­spiel New York, Dub­lin, Lau­sanne oder Mos­kau, nach Hal­le sand­ten oder dem jewei­li­gen Rek­tor per­sön­lich über­brach­ten. Die Ver­nis­sa­ge fin­det am Diens­tag, 6. Mai, 16 Uhr statt.

Zu den ein­drucks­vol­len Aus­stel­lungs­stü­cken gehö­ren auch im Archiv neu ent­deck­te und eigen­hän­dig unter­zeich­ne­te Schrei­ben des Nobel­preis­trä­gers Con­rad Wil­helm Rönt­gen, 1894 Rek­tor der Uni­ver­si­tät in Würz­burg, und eine Glück­wunsch­adres­se von Lord Kel­vin, bri­ti­scher Phy­si­ker und im sel­ben Jahr Prä­si­dent der Roy­al Socie­ty in Lon­don. „Aus Anlass des 200-jäh­ri­gen Bestehens der Uni­ver­si­tät Hal­le im Jahr 1894 wur­den welt­weit oft­mals sehr auf­wän­di­ge und künst­le­risch gestal­te­te Stü­cke als Glück­wunsch­schrei­ben gefer­tigt, in eben­so auf­wän­dig gestal­te­ten Map­pen oder Kap­seln ver­packt und nach Hal­le gesandt“, erklärt der Kura­tor der Aus­stel­lung, Dr. Micha­el Ruprecht - Lei­ter des Archivs der Uni­ver­si­tät und amtie­ren­der Lei­ter der Zen­tra­len Kus­to­die.
Die kost­ba­ren Objek­te wur­den aber kei­nes­falls immer nur per Post oder Boten nach Hal­le geschickt. Vie­le Uni­ver­si­täts­rek­to­ren erschie­nen im Jahr 1894 per­sön­lich - auch Rönt­gen über­gab die schrift­li­chen Glück­wün­sche an den dama­li­gen Rek­tor der Uni­ver­si­tät Wil­li­bald Bey­schlag selbst in der Aula. Die Fei­er zum Jubi­lä­um dau­er­te meh­re­re Tage - wohl auch weil 100 Gesand­te wis­sen­schaft­li­cher Ein­rich­tun­gen per­sön­lich vor­spra­chen.
„Es hat lan­ge gedau­ert, bis sich auch in welt­li­chen Krei­sen Jubi­lä­ums­fei­ern die­ser Art und Grö­ße ent­wi­ckel­ten“, so Micha­el Ruprecht. Erst im Lau­fe des 17. Jahr­hun­derts war es so weit. „Die Uni­ver­si­tä­ten sind die ers­ten, die sich ihrer Tra­di­ti­on auf die­se Art ver­ge­wis­sern.“
Glück­wunsch­adres­sen und Gruß­rol­len wer­den über­sandt, die Uni­ver­si­tä­ten und Aka­de­mi­en gra­tu­lie­ren sich. 1802, im Jahr des 300. Bestehens der Uni­ver­si­tät Wit­ten­berg, sieht das aber noch recht beschei­den aus. In der Aus­stel­lung ist eine dicke Akte zu sehen, in der im 19. Jahr­hun­dert diver­se hoch­ran­gi­ge, aber sach­lich gestal­te­te Schrei­ben ein­fach abge­hef­tet wur­den.
Bereits 1867 wird es bun­ter: Zur 50. Wie­der­kehr der Ver­ei­ni­gung der Uni­ver­si­tä­ten Hal­le und Wit­ten­berg tref­fen in Hal­le Map­pen und Kap­seln ein, die erst­mals ver­ziert sind. Ent­hal­ten sind In ihnen zeigt sich der Respekt der geehr­ten so Ruprecht. Ihren Höhe­punkt erreicht die Gra­tu­la­ti­ons­kul­tur in Hal­le und mit ihr der finan­zi­el­le Auf­wand im Jahr 1894. Aus die­sem Jahr stam­men die meis­ten und schöns­ten Stü­cke.
In Kon­trast dazu hat Micha­el Ruprecht in der Schau wie­der­um das Jahr 1967 gesetzt. 150 Jah­re sind die Uni­ver­si­tä­ten Hal­le und Wit­ten­berg da ver­ei­nigt. Sach­lich­keit herrscht vor. Zu den Glück­wunsch­schrei­ben zäh­len klas­si­sche Tele­gram­me, schlich­te Schreib­ma­schi­nen­sei­ten und nur noch weni­ge hand­schrift­li­che Brie­fe. „Das Phä­no­men der uni­ver­si­tä­ren Gruß­kul­tur und ihre präch­ti­gen Höhe­punk­te sind wis­sen­schaft­lich bis­her noch nicht beschrie­ben und bear­bei­tet wor­den. Wir wis­sen noch viel zu wenig“, so Ruprecht.
Gezeigt wer­den in der Aus­stel­lung zusätz­lich auch Gruß­adres­sen, die die Uni­ver­si­tät Hal­le an ande­re Uni­ver­si­tä­ten ver­schick­te und die nur aus Anlass der Schau aus Hei­del­berg, Tübin­gen und Braun­schweig zurück nach Hal­le geholt wer­den.

7. Mai bis 6. Juli 2014
Uni­ver­si­täts­mu­se­um, Löwen­ge­bäu­de
Uni­ver­si­täts­platz 1
06108 Hal­le (Saa­le)
jeweils Di bis Fr von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; So von 14 bis 18 Uhr; an Fei­er­ta­gen geschlos­sen Ein­tritt frei
Füh­run­gen mög­lich auf Anfra­ge unter 0345 55 21733
Ver­nis­sa­ge am Diens­tag, 6. Mai, 16 Uhr Finis­sa­ge am Sonn­tag, 6. Juli, 15 Uhr.

Pressestelle Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg