Einladung zum Welterbe-Abend in die Franckeschen Stiftungen am 15. Mai

Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Mit­ten in Hal­le könn­te es ab 2016 eine Welt­erbe-Stät­te geben, wenn dann in Paris über die Auf­nah­me der Francke­schen Stif­tun­gen in das UNESCO-Welt­erbe ent­schie­den wird. Am 15. Mai laden die Francke­schen Stif­tun­gen alle Hal­len­ser, Gäs­te und Inter­es­sier­te zu einem Welt­erbe-Abend in den Lin­den­hof ein. Die Fach­gut­ach­ter des Welt­erbe-Antra­ges, Dr. Mein­rad von Engel­berg (Darm­stadt), Dr. Tho­mas Eißing (Bam­berg), Dr. Sabi­ne Hei­ser (Ber­lin) und Prof. Dr. Johan­nes Süß­mann (Pader­born) sind an die­sem Abend zu Gast in den Francke­schen Stif­tun­gen. Sie stel­len die bei ihren Recher­chen gewon­ne­nen neu­en Erkennt­nis­se über das Archi­tek­tur­ensem­ble der Schul­stadt Franckes vor.Der Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Hal­le, Dr. Bernd Wie­gand und der Staats­se­kre­tär im Kul­tus­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Dr. Jan Hof­mann begrü­ßen gemein­sam mit Dr. Tho­mas Mül­ler-Bahl­ke, Direk­tor der Francke­schen Stif­tun­gen, die Gäs­te im His­to­ri­schen Lin­den­hof. Nach einer Ein­füh­rung in den Abend durch den UNESCO-Beauf­trag­ten der Francke­schen Stif­tun­gen Prof. Dr. Hol­ger Zaun­stöck laden die Fach­gut­ach­ter zu exklu­si­ven Füh­run­gen über die ein­zig­ar­ti­ge Bau- und Archi­tek­tur­ge­schich­te der Stif­tun­gen ein. Der Abend wird gesel­lig umrahmt mit Musik im Gar­ten­lo­kal im Lin­den­hof.
Erle­ben Sie die High­lights aus dem Welt­erbe-Antrag der Francke­schen Stif­tun­gen am authen­ti­schen Ort!

17.00 bis 21.00 Uhr, Gar­ten­lo­kal
Musik mit der hal­le­schen Welt­mu­sik-Band „Kno­ten 46“

17.30 Uhr
Begrü­ßung
durch den Direk­tor der Francke­schen Stif­tun­gen, Dr. Tho­mas Mül­ler-Bahl­ke Gruß­wor­te des Staats­se­kre­tärs des Lan­des, Dr. Jan Hof­mann, und des Ober­bür­ger­meis­ters von Hal­le, Dr. Bernd Wie­gand
Ein­füh­rung in den Welt­erbe-Abend mit Prof. Dr. Hol­ger Zaun­stöck

18.00 und 19.15 Uhr
Fach­gut­ach­ter-Füh­run­gen

Dr. Mein­rad von Engel­berg (Darm­stadt): „Ver­mein­te Kost­bar­keit“ oder: Wie man ein Wai­sen­haus­ge­bäu­de lesen kann.
Für Hal­len­ser ist das Wai­sen­haus weit­ge­hend unsicht­bar - weil es so bekannt ist: Die­ser Ein­druck täuscht! Die sorg­fäl­ti­ge Ana­ly­se vor allem der Haupt­fas­sa­de zeigt, wie absichts­voll und prä­zi­se die schein­ba­re Beschei­den­heit und demons­tra­ti­ve Schmuck­lo­sig­keit die­ses Gebäu­des von Francke archi­tek­to­nisch insze­niert wur­de.

Dr. Tho­mas Eißing (Bam­berg): Ästhe­tik und Tech­no­lo­gie: Das Man­sard­dach über dem Wai­sen­haus und das sin­gu­lä­re „Lan­ge Haus“.
Dem Bau­ma­te­ri­al Holz kommt in der ers­ten Pha­se des Aus­baus der Glaucha­er Anstal­ten eine gro­ße Bedeu­tung zu. Nur durch die kon­se­quen­te Anwen­dung der Holz­ge­rüst­bau­wei­se konn­ten die erheb­li­chen Bau­mas­sen in den kur­zen Zeit­räu­men her­ge­stellt wer­den. Im Detail der Bau­aus­füh­rung zeigt sich, dass nicht die im 17./18. in Hal­le übli­chen Stan­dards auf­ge­grif­fen, son­dern zum Teil moderns­te Gestal­tungs­ele­men­te wie das Man­sard­dach oder die Fach­wer­kras­ter­fas­sa­de ent­wi­ckelt wur­den.

Dr. Sabi­ne Hei­ser (Ber­lin): Anti­kes Ide­al und Salo­mo­ni­scher Tem­pel: Die Francke­schen Stif­tun­gen als Modell.
Francke griff gezielt die anti­ken Archi­tek­tur­ka­te­go­ri­en der fir­mi­tas (Fes­tig­keit) und der uti­li­tas (Nütz­lich­keit) auf. Prin­zi­pi­ell aber sah Francke die Gestalt sei­ner Bau­ten durch die Pro­vi­den­tia, die gött­li­che Vor­se­hung, ent­ste­hen. Zum Aus­druck kam dies u.a. in der berühm­ten Wun­der­kam­mer der Stif­tun­gen: Hier stand ein opu­len­tes Modell des Salo­mo­ni­schen Tem­pels und ein Modell des Wai­sen­hau­ses. Archi­tek­tur wur­de so anschau­lich und ver­mit­tel­bar.

Prof. Dr. Johan­nes Süß­mann (Pader­born): Die Macht der Archi­tek­tur: Gemein­schafts­bil­dung und Welt­ver­bes­se­rung durch die Bau­ten der Francke­schen Stif­tun­gen.
Bau­ten wir­ken. Sie machen etwas mit ihren Nut­zern und Betrach­tern, bestim­men Ein­drü­cke, len­ken Hand­lun­gen – dadurch kön­nen sie Gemein­schaf­ten nach innen fes­ti­gen und ihnen nach außen, gegen­über ihrem Umfeld, star­ke Aus­strah­lung ver­lei­hen. Wel­che Wirk­macht den Bau­ten der Francke­schen Stif­tun­gen ein­ge­schrie­ben ist, soll in der Füh­rung an aus­ge­wähl­ten Bei­spie­len gezeigt wer­den.

15. Mai 2014, 17-21 Uhr I Ein­tritt frei

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