Der Vampyr - Premiere der Oper am 3. Juli im Hof der Moritzburg

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Seit jeher übt die Gestalt des Vam­pirs eine gro­ße Fas­zi­na­ti­on aus. Spä­tes­tens seit Anfang des 19. Jahr­hun­derts ist er in der Kunst all­ge­gen­wär­tig: Als Gegen­bild des recht­schaf­fe­nen Bür­gers, der – um sei­ne Trieb­haf­tig­keit zu bezwin­gen – nach mora­li­schen Richt­li­ni­en lebt und sich Ent­glei­sun­gen höchs­tens unter Ein­fluss von Alko­hol erlaubt, gilt der blut­saugen­de Vam­pir als Inbe­griff von ero­ti­scher Anzie­hungs­kraft, Wol­lust und Zer­stö­rung. Gera­de zur Zeit der Roman­tik, die sich zuneh­mend mit den dunk­len Sei­ten der mensch­li­chen Natur beschäf­tig­te, zeig­te man ein beson­de­res Inter­es­se für den unto­ten Wider­gän­ger, des­sen töd­li­che Bis­se nicht sel­ten mit dem Lie­bes­akt gleich­ge­setzt wur­den.

Es war u.a. der Kom­po­nist Hein­rich Mar­sch­ner, der mit sei­ner 1828 urauf­ge­führ­ten Oper »Der Vam­pyr« den Blut­sauger für die Opern­büh­ne ent­deck­te. Dabei hielt er sich an die 1819 erschie­ne­ne Erzäh­lung »The Vam­pi­re« von Poli­do­ri: Der Vam­pir Lord Rut­h­ven bit­tet den Vam­pir­kö­nig, wei­ter­hin unter den Men­schen leben zu kön­nen. Die­ser ent­spricht sei­ner Bit­te, ver­langt aber als Gegen­leis­tung, dass Rut­h­ven ihm drei Bräu­te opfert. In Jan­the, Emmy und Mal­wi­na fin­det Rut­h­ven nach­ein­an­der die nöti­gen Opfer. Doch deren Ver­wand­te sind auf der Hut: Die Jagd auf den Vam­pir beginnt …

Mar­sch­ners Par­ti­tur ist eine Wei­ter­ent­wick­lung der von Carl Maria von Weber in sei­nem »Frei­schütz« ent­wi­ckel­ten Kom­po­si­ti­ons­tech­ni­ken: Einer­seits im Bie­der­mei­er ver­wur­zelt, fin­det Mar­sch­ner zum ande­ren vor allem für die Welt der Vam­pi­re neu­ar­ti­ge Klän­ge, die in Rich­tung des Musik­dra­mas Richard Wag­ners wei­sen. Erle­ben Sie Mar­sch­ners Schau­er­oper in einer für die Oper Hal­le von Jörg W. Gro­ni­us erstell­ten Fas­sung in dem beson­de­ren Ambi­en­te des Innen­ho­fes der Moritz­burg.

Gro­ße roman­ti­sche Oper in zwei Akten
von Hein­rich Mar­sch­ner
Dich­tung von August Wohl­brück
Neu­fas­sung von Jörg W. Gro­ni­us

Musi­ka­li­sche Lei­tung Josep Cabal­lé-Domen­ech
Insze­nie­rung Wolf Wid­der (Gast)
Büh­ne und Kos­tü­me Kat­ja Lebelt (Gast)
Cho­r­ein­stu­die­rung Jens Pete­reit
Dra­ma­tur­gie André Mey­er
Sir Hum­phrey, Lord von Davenaut Ulrich Bur­dack
Mal­wi­na, sei­ne Toch­ter Anke Berndt
Edgar Aubry Ralph Ertel
Lord Rut­h­ven Gerd Vogel
Sir Ber­kley / Toms Blunt Ki-Hyun Park
Emmy, sei­ne Toch­ter Elke Kott­mair
Geor­ge Dib­din Andre­as Guhl­mann
James Gadshill Ks. Nils Gies­ecke
Richard Scrob Kris­ti­an Gies­ecke
Robert Green Maik Gru­chen­berg
Suse, Blunts Frau San­dra Max­hei­mer
Vam­pyr­meis­ter Tom Wol­ter
Sopran­so­lo in Nr. 18 Kao­ri Seki­ga­wa

Pre­mie­re: 3. Juli 2014 im Innen­hof der Moritz­burg
Frie­de­mann-Bach-Platz 5
06108 Hal­le (Saa­le)
Tele­fon: 0345 2125968

Öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel:
Stra­ßen­bahn­li­ni­en 3, 7, 8 Hal­te­stel­le: Moritz­burg­ring

Par­ken
Par­ken kön­nen Sie gegen Gebühr auf dem Frie­de­mann-Bach-Platz direkt vor der Burg.

 

Tickets gibt’s hier oder in der Thea­ter- und Kon­zert­kas­se, Gro­ße Ulrich­stra­ße 51, Tel.: +49 (0)345 51 10 777