Das Modell und die Franckeschen Stiftungen

Franckesche Stiftungen, Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Ein Modell ist ein Abbild der Wirk­lich­keit. In der Wun­der­kam­mer des His­to­ri­schen Wai­sen­hau­ses wird am Mitt­woch, dem 10. Juni um 18 Uhr die UNESCO-Fach­gut­ach­te­rin Dr. Sabi­ne Hei­ser, Ber­lin, den Besu­chern das Wai­sen­haus unter dem Blick­win­kel sei­ner Modell­haf­tig­keit vor­stel­len.

An einer viel­be­fah­re­nen Han­dels­stra­ße süd­lich von Hal­le errich­tet August Her­mann Francke ab 1698 das Hal­le­sche Wai­sen­haus. Wie der Antrag auf Auf­nah­me in das UNESCO-Welt­erbe zeigt, war das Erfolgs­mo­dell aus Hal­le bald an über 65 Stand­or­ten in ganz Deutsch­land zu fin­den. Modell­haf­te Schlös­ser, Klös­ter und Rat­häu­ser nahm sich Francke beim Bau des Wai­sen­hau­ses zum Vor­bild. Dar­un­ter Schloss Frie­den­stein in Gotha aber auch die Moritz­burg oder die neue Resi­denz in Hal­le. In der Wun­der­kam­mer des Wai­sen­hau­ses bestaun­ten die Besu­cher und Schü­ler das wert­vol­le Modell des salo­mo­ni­schen Tem­pels und ver­brei­te­ten nach ihrem Besuch die Über­zeu­gung, mit Franckes Schul­stadt das himm­li­sche Jeru­sa­lem gefun­den zu haben. Über Vor­bild­mo­del­le, die Modell­haf­tig­keit der Schul­stadt August Her­mann Franckes und die Stif­tun­gen selbst im Modell wird die Kunst­his­to­ri­ke­rin Dr. Sabi­ne Hei­ser anläss­lich ihrer Füh­rung spre­chen.

Sie ist Teil des Begleit­pro­gramms zur zeit­ge­nös­si­schen Kunst­aus­stel­lung „Asso­zia­ti­ons­raum Wun­der­kam­mer“. Hier zei­gen noch bis zum 16. August 17 Alum­ni der Burg Gie­bichen­stein im Tan­dem mit aus­län­di­schen Künst­le­rIn­nen und Gestal­te­rIn­nen in der baro­cken Wun­der­kam­mer und der dar­un­ter­lie­gen­den Aus­stel­lungs­eta­ge im His­to­ri­schen Wai­sen­haus ein zeit­ge­nös­si­sches Abbild der Welt. Mit ihren Wer­ken holen sie das Welt­bild und Ord­nungs­prin­zip his­to­ri­scher Wun­der­kam­mern in die Gegen­wart.

Mitt­woch, 10. Juni 2015 |18 Uhr | His­to­ri­sches Wai­sen­haus

Ein­tritt frei