Großes Chorkonzert in Halles Steintor-Varieté – Max Regers „Nonnen“ anlässlich des Reger-Jahres 2016

Staatskapelle Halle_(c) Falk Wenzel
Staatskapelle Halle_(c) Falk Wenzel

Pre­mie­re für die Robert-Franz-Sing­aka­de­mie: Erst­mals gas­tiert Hal­les tra­di­ti­ons­rei­cher Kon­zert­chor im Stein­tor-Varie­té, einem der ältes­ten Varie­tés Deutsch­lands. Pas­send zum Max-Reger-Jahr 2016 steht im Zen­trum des Pro­gramms mit der Staats­ka­pel­le Hal­le und dem Lan­des­ju­gend­chor Thü­rin­gen, unter Lei­tung von Niko­laus Mül­ler, Regers sel­ten auf­ge­führ­tes Ora­to­ri­um »Die Non­nen«, das heu­te als ein Schlüs­sel­werk in Regers orches­tra­lem Schaf­fen gilt.

Ein „Stim­mungs­bild, wie es noch kei­nes in der Chor­mu­sik gege­ben hat“, woll­te Max Reger mit sei­nem kan­ta­ten-arti­gen Werk „Die Non­nen“ ent­wer­fen. Lau­nig bezeich­net er die Kom­po­si­ti­on als den „katho­li­schen Gegen­ent­wurf“ zu sei­nem pro­tes­tan­ti­schen 100. Psalm, der kurz zuvor für die Uni­ver­si­tät Jena ent­stand: Statt Fugen gibt es Wag­ner­sche Span­nungs­klän­ge, statt Cho­ral­zi­ta­te empha­tisch sich stei­gern­de Moti­ve, anstatt eines monu­men­ta­len Orches­ter­sat­zes ein Klang­ge­we­be von impres­sio­nis­ti­scher Sinn­lich­keit. Und wenn die Non­nen dann „in ihrer Visi­on den Hei­land kör­per­lich zu sehen ver­mei­nen“, müs­se ihnen „sicher­lich ganz wirr im Kopf“ sein. Auch in Regers OEu­vre nimmt die­se sel­ten gespiel­te Kom­po­si­ti­on einen Son­der­sta­tus ein und gibt einen ganz anders gear­te­ten Blick auf den Kom­po­nis­ten frei.

Mit dem recht bekann­ten und sehr ein­dring­li­chen „Schick­sals­lied“ von Johan­nes Brahms und der klang­ma­le­ri­schen Ver­to­nung von Goe­thes „Gesang der Geis­ter über den Was­sern“ des heu­te rela­tiv unbe­kann­ten Kom­po­nis­ten Wil­helm Ber­ger ste­hen noch zwei wei­te­re sin­fo­ni­sche Chor­stü­cke auf dem Pro­gramm. Ihnen gegen­über­ge­stellt wer­den a-cap­pel­la-Wer­ke der drei Kom­po­nis­ten. Neben Regers „Non­nen“ sind vor allem auch die Kom­po­si­tio­nen Wil­helm Ber­gers, der als Hof­ka­pell­meis­ter Vor­gän­ger von Max Reger in Mei­nin­gen war und sti­lis­tisch an Johan­nes Brahms anknüpft, eine wirk­li­che Rari­tät, die in den Kon­zert­sä­len heu­te nur sehr sel­ten gespielt wer­den.

Sonn­tag, 21. Febru­ar 2016 | 18.00 Uhr | Stein­tor- Varie­té

Musi­ca Sacra Wer­ke von Johan­nes Brahms, Wil­helm Ber­ger und Max Reger Robert-Franz-Sing­aka­de­mie | Lan­des­ju­gend­chor Thü­rin­gen | Staats­ka­pel­le Hal­le | Niko­laus Mül­ler, Diri­gent

Kar­ten zum Preis von 12-18 € / erm. 6-9 € hält die Thea­ter- und Kon­zert­kas­se bereit.