Noch Tickets für Sonntagnachmittagsvorstellung „Mephisto“ im neuen theater

neues theater Halle (Saale)
neues theater Halle (Saale)

Für die Schau­spielin­sze­nie­rung „Mephis­to“ nach dem Roman von Klaus Mann (Regie: Hen­ri­et­te Hör­nigk), die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten häu­fig aus­ver­kauft war, sind für Sonn­tag, den 7. Febru­ar um 15 Uhr noch Tickets an der Thea­ter­kas­se erhält­lich.

Der Name »Mephis­to­phe­les« bedeu­tet in ver­schie­de­nen Sprach­fa­mi­li­en so viel wie »Lüg­ner« oder »Zer­stö­rer«. Dar­über hin­aus ist das mythi­sche Wesen Mephis­to eines, das weder See­le noch Eigen­schaft besitzt und des­halb mühe­los ande­re Gestal­ten anneh­men kann.

Klaus Manns Mephis­to hat die­ses Talent, denn er ist Schau­spie­ler. Und mehr noch als das. Er ist ein Typus, den es zu allen Zei­ten gege­ben hat, der aber im Drit­ten Reich beson­ders gut zur Gel­tung kam: ein ehr­gei­zi­ger Par­ve­nu aus klein­bür­ger­li­chem Milieu, zu jedem Ver­rat bereit, um den eige­nen Auf­stieg zu sichern. Was dem Dar­stel­ler Hen­drik Höf­gen beruf­lich alle Türen öff­net, sei­ne Wand­lungs- und Anpas­sungs­fä­hig­keit, ist ihm jedoch mensch­lich und mora­lisch eine Fall­tür.

Sei­ne Kar­rie­re beginnt 1926 an einem Ham­bur­ger Thea­ter. Dort erspielt er sich mit Fleiß und Eifer einen Namen. Spä­ter in Ber­lin wird er zum Star­schau­spie­ler, bis ihn die Macht­über­nah­me der Nazis zögern lässt: Soll er sich gegen das Regime posi­tio­nie­ren oder unter den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Macht­ha­bern Erfol­ge fei­ern. Höf­gen ent­schei­det sich für letz­te­res. Er wird zum Lieb­ling der Mäch­ti­gen und ist per du mit dem Minis­ter­prä­si­den­ten.

Klaus Manns Roman aus dem Jahr 1936 erin­nert dar­an, dass Kunst poli­ti­scher Aus­druck und öffent­li­ches Bekennt­nis ist, mit dem man auch heu­te noch Gesell­schaft beein­flus­sen kann, wenn auch auf einer äußerst fein­stoff­li­chen Ebe­ne.

Ter­min: Sonn­tag, den 7. Febru­ar um 15 Uhr im neu­en theater/ Saal

Tickets (18,- Euro / erm. 12,- Euro) sind an der Thea­ter und Kon­zert­kas­se sowie an der Abend­kas­se erhält­lich.