Kunstmuseum Moritzburg: Fotoausstellung REFLECTIONS OF INDIA eröffnet heute

Vom 24. Juli bis 15. Okto­ber 2017 zeigt das Kunst­mu­se­um Moritz­burg Hal­le Foto­gra­fi­en von Man­fred Paul, Man­ja­ri Shar­ma und André Wag­ner.
Zu allen Zei­ten ent­wi­ckel­te sich die Kunst maß­geb­lich aus dem inter­na­tio­na­len Aus­tausch der Künst­ler unter- und mit­ein­an­der und erfolg­te künst­le­ri­sche Erneue­rung ange­regt durch die Rezep­ti­on und Wei­ter­ent­wick­lung des andern­orts Gese­he­nen, Gehör­ten, Erleb­ten oder Erfah­re­nen. Es sind vor allem die Küns­te, die grenz­über­schrei­tend in jeder Hin­sicht agie­ren: topo­gra­fisch, geo­gra­fisch, ästhe­tisch, reli­gi­ös, inter­kul­tu­rell und wis­sen­schaft­lich. Ins­be­son­de­re die Kunst der Moder­ne ist ohne die­ses grenz-, gen­reund dis­zi­plin­über­grei­fen­de Ver­ständ­nis nicht vor­stell­bar. Indi­en ist die Wie­ge von Welt­kul­tu­ren und -reli­gio­nen, deren Weis­heits­leh­ren und reli­giö­se Prak­ti­ken seit Jahr­hun­der­ten in das Abend­land aus­ge­strahlt und immer wie­der nach geis­ti­ger Befrei­ung und Erleuch­tung Suchen­de ange­zo­gen haben.

In der Aus­stel­lung Reflec­tions of India ist mit dem jun­gen Foto­gra­fen André Wag­ner (* 1980 in Burg­städt) ein Künst­ler ver­tre­ten, der von sich sagt, dass Indi­en, wo er sich seit 2004 immer wie­der für län­ge­re Zeit auf­hält, sein Den­ken und sein Sehen ver­än­dert hat. Kon­zen­triert auf die Kraft reli­giö­ser Tra­di­tio­nen, die Men­schen­men­gen aus allen Schich­ten der Bevöl­ke­rung in Bewe­gung ver­set­zen, hat er sich in den letz­ten Jah­ren ver­stärkt Pil­gern und hei­li­gen Orten zuge­wandt. Die in Hal­le prä­sen­tier­ten groß­for­ma­ti­gen Foto­ta­bleaus über­set­zen mit der moderns­ten foto­gra­fi­schen Tech­nik und der Ver­wen­dung von Moment- und Lang­zeit­auf­nah­me die der hin­du­is­ti­schen Reli­gi­on inne­woh­nen­de über­zeit­li­che Dimen­si­on in das foto­gra­fi­sche Bild und füh­ren in eine Welt, in der sich Tra­di­ti­on und Gegen­wart, Zeit und Raum über­la­gern.

Man­fred Paul (* 1942 in Schra­plau) reis­te 1989 mit einer Grup­pe von Künst­lern aus der DDR nach Indi­en. Wäh­rend der Rei­se, die durch die Gan­ges­ebe­ne führ­te, unter­nahm er ohne Beglei­tung Aus­flü­ge in klei­ne­re Städ­te, in Vor­or­te und in die länd­li­che Umge­bung. Mit dem­sel­ben für ver­ge­hen­de Momen­te sen­si­bi­li­sier­ten Blick, mit dem er in Ber­lin oder Dres­den Lebens­spu­ren und ver­gäng­li­che Kon­stel­la­tio­nen all­täg­li­cher Hand­lun­gen fest­hielt, nahm er in Indi­en die Men­schen unab­hän­gig­von ihrem sozia­len Sta­tus, all­täg­li­ches Leben, Situa­tio­nen und Orte wahr und näher­te sich ihnen in der ihm eige­nen unauf­dring­li­chen Wei­se. Das far­ben­fro­he Indi­en wird in Pauls Foto­gra­fi­en zu einer „Begeg­nung mit dem Leben, mit einer Urform des Mensch­seins“, die ihn nach eige­ner Aus­sa­ge erschüt­ter­te und ihn sen­si­bi­li­sier­te „für das Ver­schwin­den des Augen­blick­li­chen“.

Die in Indi­en gebür­ti­ge und in ihrer Jugend nach New York über­ge­sie­del­te Foto­gra­fin Man­ja­ri Shar­ma (* 1979 in Mum­bay) holt mit den insze­nier­ten Bil­dern popu­lä­rer hin­du­is­ti­scher Gott­hei­ten das ihr im Inne­ren ver­trau­te Lebens­ge­fühl ihrer Hei­mat in eine sich glo­bal ori­en­tie­ren­de west­li­che Kul­tur. Der Titel ihrer in der Aus­stel­lung gezeig­ten Foto-Serie Darshan ist ein viel­schich­ti­ger Begriff: Er kann sowohl die Begeg­nung zwi­schen Per­so­nen mit posi­ti­ver Aus­wir­kung mei­nen als auch eine segens­rei­che Ver­sen­kung in die Anschau­ung einer Gott­heit oder ihrer Abbil­der.

Zusätz­lich zu den Bil­dern wer­den eine Rei­he von Dar­stel­lun­gen indi­scher Land­schaf­ten, Hei­lig­tü­mer und Monu­men­te gezeigt, die Ende des 18. Jahr­hun­derts von eng­li­schen Malern im Auf­trag der East-India-Com­pa­ny, der Ver­tre­te­rin der bri­ti­schen Kolo­ni­al­macht, als Aqua­rel­le ent­stan­den. Wei­ter­hin sind indi­sche Arte­fak­te und Schmuck und eine Grup­pe von Bud­dahs zu sehen.

REFLECTIONS OF INDIA
Man­fred Paul, Man­ja­ri Shar­ma, André Wag­ner | Foto­gra­fi­en
24. Juli 2017–15. Okto­ber 2017

Kunst­mu­se­um Moritz­burg Hal­le (Saa­le)
Frie­de­mann-Bach-Platz 5
06108 Hal­le (Saa­le)
www.kunstmuseum-moritzburg.de

Ein­tritt:
7 Euro | erm. 5 Euro
Öff­nungs­zei­ten:
täg­lich 10–18 Uhr, Mitt­woch geschlos­sen

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