Händel-Festspiele 2018 – Vorverkauf startet heute

Joyce DiDonato (c) Brooke Shaden

Vom 25. Mai bis zum 10. Juni 2018 ist Halle an der Saale wie­der Schau­platz der glanz­vol­len Händel-Festspiele. Unter dem Motto „Fremde Wel­ten“ wer­den an 17 Fest­spiel­ta­gen über 100 Ver­an­stal­tun­gen im Haupt- und Neben­pro­gramm in der Geburts­stadt des Kom­po­nis­ten und der Umge­bung statt­fin­den, um den gro­ßen Sohn der Stadt zu fei­ern und ganz beson­dere Musik­ver­an­stal­tun­gen an authen­ti­schen Orten erleb­bar zu machen.
Mit der Neu­pro­duk­tion von „Bere­nice, Regina d’Egitto“ HWV 38 am ers­ten Fest­spiel­tag in der Oper Halle schließt sich nach fast 100 Jah­ren die letzte Reper­toire­lü­cke: In der Hei­mat­stadt des Kom­po­nis­ten wer­den alle seine 42 Opern­werke erklun­gen sein, nach­dem mit „Orlando“ die Händel-Opern-Renaissance in Halle im Jahr 1922 begann. Die Pre­miere von „Bere­nice, Regina d’Egitto“ wird nach der Hal­li­schen Händel-Ausgabe auf­ge­führt – genau wie acht wei­tere Werke. Die Fest­spiele prä­sen­tie­ren in acht Opern, drei wei­te­ren sze­ni­schen Auf­füh­run­gen, drei Ora­to­rien, sechs Fest­kon­zer­ten und meh­re­ren gen­re­über­grei­fen­den Ver­an­stal­tun­gen 15 ECHO Klassik-Preisträger. Hier tref­fen sich die Stars der inter­na­tio­na­len Barock­mu­sik­szene. Live zu erle­ben sind u. a.: die mehr­ma­lige ECHO Klassik- und Grammy-Gewinnerin Joyce DiDo­nato, die Sopra­nis­tin­nen Julia Lezh­neva und Sophie Kart­häu­ser, die Mez­zo­so­pra­nis­tin­nen Mag­da­lena Kožená und Ann Hal­len­berg, die Altis­tin Natha­lie Stutz­mann sowie die Coun­ter­ten­öre Max Ema­nuel Cen­cic und Xavier Sabata. Für musi­ka­li­schen Hoch­ge­nuss sor­gen dar­über hin­aus inter­na­tio­nal renom­mierte Ensem­bles wie „Il Pomo d’oro unter der musi­ka­li­schen Lei­tung von Maxim Emelyany­chev, John Butt mit dem Dun­edin Cons­ort und das La Cetra Barock­or­ches­ter unter der Lei­tung von Andrea Mar­con. Wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wer­den Brü­cken zu ande­ren Musik­gen­res wie dem Jazz sowie der elek­tro­ni­schen Musik und der Rock­mu­sik geschla­gen. Fer­ner gibt es in meh­re­ren Kon­zer­ten einen span­nen­den musi­ka­li­schen Dia­log mit ande­ren Kul­tu­ren, z. B. mit tür­ki­scher und per­si­scher Musik.
Das Motto der Händel-Festspiele 2018 „Fremde Wel­ten“ ist über­all prä­sent. Auch die Inter­na­tio­nale Wis­sen­schaft­li­che Kon­fe­renz beschäf­tigt sich mit dem Thema. Hän­del lernte im Laufe sei­nes Lebens fremde Spra­chen, Län­der, Kul­tu­ren und Reli­gio­nen ken­nen. In sei­nen musi­ka­li­schen Wer­ken über­schritt er immer wie­der Gren­zen. Damit ent­führt er die Zuhö­rer in ferne Gegen­den und manch­mal auch in Mär­chen­wel­ten. Ist Hän­dels Welt uns heute fremd gewor­den, oder gibt es nicht auch Vie­les, was uns ver­traut ist? Wir laden dazu ein, die­sen span­nen­den Fra­gen nach­zu­ge­hen.
Ein Jubi­läum steht auch auf dem Pro­gramm: 1968 war das Goethe-Theater Bad Lauch­städt erst­mals Auf­füh­rungs­ort der Händel-Festspiele. Die his­to­ri­sche Spiel­stätte hat sich in den 50 Jah­ren zu einem fes­ten Bestand­teil der Fest­spiele eta­bliert. Im nächs­ten Jahr wer­den im Goethe-Theater die renom­mierte Laut­ten Com­pa­gney Ber­lin unter der musi­ka­li­schen Lei­tung von Wolf­gang Kat­sch­ner Hän­dels Sere­nata „Par­nasso in festa“ HWV 73 und das Pra­ger Barock­en­sem­ble Musica Flo­rea das Opern-Pasticcio „Muzio Sce­vola” HWV 13 auf die Bühne brin­gen. Dabei ist “Muzio Sce­vola” erst­mals seit dem 18. Jahr­hun­dert in einer sze­ni­schen Gesamt­auf­führ­rung zu erle­ben. Eine deut­sche Erst­auf­füh­rung wird es im Carl-Maria-von-Weber-Theater in Bern­burg geben. Das Bach Cons­ort Wien mit Rubén Dubrovsky und aus­ge­zeich­nete Solis­ten wer­den Hän­dels „Oreste“ HWV A11 auf­füh­ren.
Die Händel-Festspiele gehen im kom­men­den Jahr aber auch ganz neue Wege. Neben den bewähr­ten und immer belieb­ter wer­den­den Baro­que Loun­ges wird es erst­mals einen Poe­try Slam zum Thema „Fremde Wel­ten“ geben. Dabei drängt sich zunächst die Frage auf: Barock­mu­sik und Poe­try Slam - geht das über­haupt? Wir sind gespannt und neh­men uns ein Bei­spiel an Hän­del.
Des Wei­te­ren wer­den wir die Zusam­men­ar­beit mit dem Lon­don Han­del Fes­ti­val aus­bauen. Die „Han­del Sin­ging Com­pe­ti­tion“ hat schon man­che inter­na­tio­nale Gesangs­kar­riere her­vor­ge­bracht. Erst­ma­lig stel­len sich zwei Preis­trä­ger des Gesang­wett­be­wer­bes 2017 in einem Lunch-Konzert im Händel-Haus in Halle vor. Der Ein­tritt ist kos­ten­frei – wie bei einer Viel­zahl von Ver­an­stal­tun­gen bei den Händel-Festspielen im kom­men­den Jahr. So dür­fen sich Besu­cher auf die nun mitt­ler­weile 16. Orgel­nacht, auf ein Nacht­kon­zert, auf die Inter­na­tio­nale Wis­sen­schaft­li­che Kon­fe­renz, auf Vor­träge zu aus­ge­wähl­ten Ver­an­stal­tun­gen, auf „Han­del for Brass“ auf dem Dom­platz und auf das Fest für die ganze Fami­lie im Hof des Händel-Hauses freuen, ohne dafür Ein­tritt zu bezahlen.

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