Garten findet Stadt“: Ausstellung gibt praktische Tipps für Balkon, Terrasse und Kleingarten

Botanischer Garten, Foto: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler

Der Schutz der Arten­viel­falt fängt im Klei­nen an. Wie Hob­by­gärt­ner in ihren Gär­ten und auf Bal­ko­nen Res­sour­cen scho­nen und zur Arten­viel­falt bei­tra­gen kön­nen, zeigt ab Frei­tag, 25. Mai, die Son­der­aus­stel­lung „Gar­ten fin­det Stadt“ im Bota­ni­schen Gar­ten der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg (MLU). Ver­schie­de­ne Expo­na­te und Schau­ta­feln behan­deln die Gar­ten-The­men Sor­ten­viel­falt, Dün­gung und Bewäs­se­rung. Außer­dem wer­den aktu­el­le For­schungs­ar­bei­ten zum The­ma bio­lo­gi­sche Viel­falt erklärt. Die Aus­stel­lung ist eine Initia­ti­ve des Deut­schen Zen­trums für inte­gra­ti­ve Bio­di­ver­si­täts­for­schung (iDiv) Hal­le-Jena-Leip­zig. Die Eröff­nungs­fei­er fin­det am Don­ners­tag, 24. Mai, um 14.30 Uhr statt.

Die Aus­stel­lung zeigt, wie jeder grü­ne Viel­falt selbst erschaf­fen kann. So sind ver­schie­de­ne Gar­ten­ty­pen, Anbau­tech­ni­ken und Pflan­zen­sor­ten zu sehen. Denn die Mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig: Egal ob Begrü­nung auf dem Bal­kon, der Ter­ras­se oder im Gar­ten - vie­le klei­ne Din­ge tra­gen dazu bei, die Stadt lebens­wer­ter zu machen. Und dies nicht nur für Men­schen, son­dern auch für Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Die Band­brei­te der Expo­na­te in der Aus­stel­lung reicht von der Nut­zung des Regen­was­sers, um Res­sour­cen zu scho­nen, bis zur Viel­falt des Lebens im Boden. So wird bei­spiels­wei­se über ver­schie­de­ne Anbau­me­tho­den im Klein­gar­ten infor­miert: Wel­che Nach­tei­le hat der Ein­satz von Mine­ral­dün­ger und wel­che Alter­na­ti­ven gibt es? Wel­che Vor­tei­le bie­tet ein Hoch­beet und wie wird es ange­legt? In einem Expo­nat ver­sorgt zum Bei­spiel Kom­post­er­de beson­ders robus­te Toma­ten- und Chi­li­s­or­ten, die wenig krank­heits­an­fäl­lig sind. „Bio­di­ver­si­tät begeg­net uns über­all - nicht nur im Ama­zo­nas, son­dern auch auf dem Bal­kon daheim. Des­halb kann auch jeder etwas für bio­lo­gi­sche Viel­falt tun“, betont Prof. Hel­ge Bru­el­hei­de, Direk­tor des Bota­ni­schen Gar­tens der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg und Co-Direk­tor von iDiv. „Mit der Aus­stel­lung wol­len wir prak­ti­sche Tipps geben und gleich­zei­tig wis­sen­schaft­li­che Hin­ter­grün­de ver­mit­teln. Bei­des gehört zusam­men: Wir brau­chen For­schung und prak­ti­sches Han­deln, um bio­lo­gi­sche Viel­falt als die wich­tigs­te Res­sour­ce unse­res Pla­ne­ten zu erhal­ten.“
Ein Schwer­punkt der Aus­stel­lung wid­met sich den The­men Was­ser und Dün­gung. So wird bei­spiels­wei­se gezeigt, wie eine Tröpf­chen­be­wäs­se­rung Was­ser spart und dabei auch noch Pilz­er­kran­kun­gen an Pflan­zen ver­mei­det. Die­se kon­ti­nu­ier­li­che Bewäs­se­rung unter­stützt das Pflan­zen­wachs­tum. Sie ver­hin­dert außer­dem, dass zu viel Was­ser Nähr­stof­fe aus­schwem­men kann, die dadurch den Pflan­zen ver­lo­ren gehen.
Neben den prak­ti­schen Tipps gibt die Aus­stel­lung auch Ein­blick in die For­schung bei iDiv: Vie­le Pflan­zen weh­ren sich mit che­mi­schen Stof­fen gegen Insek­ten, die an ihnen fres­sen, oder rufen die Fein­de ihrer Fein­de mit Duft­stof­fen zu Hil­fe. Ein Expo­nat demons­triert zum Bei­spiel, wie die Wis­sen­schaft­ler des For­schungs­zen­trums iDiv dies im Expe­ri­ment unter­su­chen. Um Inter­ak­tio­nen geht es auch in einem wei­te­ren Expo­nat: iDiv-For­scher unter­su­chen den Ein­fluss euro­päi­scher Regen­wür­mer auf den nord­ame­ri­ka­ni­schen Laub­wald. Die „Archi­tek­ten des Bodens“, die hier­zu­lan­de die bes­ten Freun­de des Gärt­ners sind, wur­den in Nord­ame­ri­ka ein­ge­schleppt und rich­ten dort gro­ßen Scha­den an.
Die Aus­stel­lung ist eine Koope­ra­ti­on des Deut­schen Zen­trums für inte­gra­ti­ve Bio­di­ver­si­täts­for­schung (iDiv) Hal­le-Jena-Leip­zig und des Bota­ni­schen Gar­tens der MLU. Wei­te­re Part­ner sind die Stadt Hal­le (Saa­le), das Helm­holtz-Zen­trum für Umwelt­for­schung - UFZ sowie der Gemein­schafts­gar­ten Anna­lin­de (Leip­zig). Die Aus­stel­lung wur­de im Vor­jahr erst­ma­lig in Leip­zig gezeigt. Sie wur­de als offi­zi­el­ler Bei­trag zur UN-Deka­de Bio­lo­gi­sche Viel­falt aus­ge­zeich­net. Die UN-Deka­de ist eine Initia­ti­ve der Ver­ein­ten Natio­nen zum welt­wei­ten Erhalt der bio­lo­gi­schen Viel­falt. „Gar­ten fin­det Stadt“ ist bis zum 14. Okto­ber 2018 im Bota­ni­schen Gar­ten Hal­le zu erle­ben.

Eröff­nungs­fei­er der Aus­stel­lung „Gar­ten fin­det Stadt - Grü­ne Viel­falt erle­ben, ver­ste­hen, machen“
Don­ners­tag, 24. Mai, 14.30 Uhr
Bota­ni­scher Gar­ten der MLU
Am Kirch­tor 3
06108 Hal­le (Saa­le)
Im Anschluss an die Begrü­ßung durch Prof. Dr. Hel­ge Bru­el­hei­de sowie den Gruß­wor­ten vom Kanz­ler der Uni­ver­si­tät Mar­kus Leber, Dr. Judith Mar­quardt, der Bei­ge­ord­ne­ten für Kul­tur und Sport der Stadt Hal­le (Saa­le), und Jür­gen Maß­alsky vom Stadt­ver­band der Gar­ten­freun­de Hal­le Füh­run­gen fin­den Füh­run­gen durch die Aus­stel­lung statt.

Aus­stel­lung „Gar­ten fin­det Stadt - Grü­ne Viel­falt erle­ben, ver­ste­hen, machen“
25. Mai - 14. Okto­ber 2018 im Bota­ni­schen Gar­ten der MLU
Am Kirch­tor 3
06108 Hal­le (Saa­le)
Der Bota­ni­sche Gar­ten ist Mon­tag bis Frei­tag von 14 bis 18 Uhr sowie am Wochen­en­de und an Fei­er­ta­gen von 10 bis 18 Uhr geöff­net.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Aus­stel­lung fin­den Sie hier.