2019

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Termine vom 01.03.2019 bis 31.03.2019

  • Wo Justitia zu Hause ist - Führung durch das Landgericht

    02.03.2019, Landgericht Halle

    Im Landgericht von Halle wird nicht nur Recht gesprochen; das mehr als 100 Jahre alte Gebäude lohnt auch einen Besuch. Erfahren Sie während des Rundgangs viele Details zur Architektur und Geschichte des Hauses.

    Wo Justitia zu Hause ist (seidenmatt - visuelle kommunikation / Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH)

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  • Ariadne auf Naxos

    02.03.2019, Oper

    Im Palast eines neureichen Wieners wird ein Theaterabend vorbereitet. Man gibt die Ariadne, eine seriöse Opera seria. Der Komponist ist anwesend, ebenso sein Musiklehrer. Zum Entsetzen der Opernschaffenden soll direkt auf ihre Opernpremiere das heitere Commedia dell’arte-Spiel Die ungetreue Zerbinetta und ihre vier Liebhaber einer reisenden Theater-Truppe aufgeführt werden. Der Schock sitzt tief – doch es kommt noch schlimmer. Der Auftraggeber lässt verfügen, dass aus Zeitgründen beide Stücke nun gleichzeitig aufzuführen seien. Tenor und Primadonna protestieren, der Komponist ist außer sich, doch aller Widerstand ist zwecklos. Die kokette Zerbinetta erklärt die neue Spielsituation und der Vorhang geht auf:

    „Das Stück geht so: eine Prinzessin wurde von ihrem Bräutigam sitzen gelassen, und ihr nächster Verehrer ist vorerst noch nicht angekommen. Die Bühne stellt eine wüste Insel dar. Wir sind eine muntere Gesellschaft, die sich zufällig auf der Insel befindet. Die Kulissen sind Felsen, und wir platzieren uns dazwischen. Ihr richtet euch nach mir, und sobald sich eine Gelegenheit bietet, treten wir auf und mischen uns in die Handlung!“

    In Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos treffen durch das Stück im Stück Welten aufeinander. Die Willkür des Neureichen der Rahmenhandlung, dem Kunst bloß repräsentatives Beiwerk ist, kollidiert mit dem sakralen Kunstverständnis des Komponisten. Opera seria und Commedia dell’arte müssen eine scheinbar unmögliche Liaison eingehen. Was auf den ersten Blick eher gewollt und konstruiert anmuten könnte, ist eins der beeindruckendsten Musiktheaterwerke des legendären Duos Richard Strauss und Hugo von Hofmansthal. Die Liebe der Autoren zu scharfen Kontrasten und Brüchen zwischen Einfachheit und hoher Kunst, zwischen Komik und Ernst führt in Ariadne auf Naxos zu einer ungeahnten Harmonie dieser beiden Welten. Das Theater führt sich selbst auf, scheut dabei keinen Pathos und hat einen Heidenspaß. Montage, ungenierte Zitate der Operngeschichte, Sprünge zwischen den Erzählungen: Ariadne auf Naxos ist in ihrem Aufbau ein Werk, das der Gegenwart entstammen könnte. Die große Emotionalität bringt sie aber in all der Intensität mit, die das frühe 20. Jahrhundert zu bieten hatte.

    An der Oper Halle widmet sich mit Paul-Georg Dittrich einer der interessantesten Regisseure der jüngeren Generation dem Monumentalwerk von Strauss und Hofmannsthal, der zuletzt mit Inszenierungen am Theater Bremen und der Staatsoper Hamburg für Aufsehen gesorgt hat. Dittrich wurde bereits zwei Mal für den deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Regie Musiktheater“ nominiert.

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  • Bastien und Bastienne / Eine florentinische Tragödie

    08.03.2019, Oper

    Bastien und Bastienne von Wolfgang Amadeus Mozart und Alexander Zemlinskys

    Eine florentinische Tragödie: Zwei Stücke über die Liebe, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Im Singspiel des zwölfjährigen Mozart müssen ein Schäfer und eine Schäferin gegen die unsauberen Intrigenspiele des örtlichen Dorfwahrsagers ihre traute Zweisamkeit neu entdecken – ganz im Sinne des Natürlichkeitsideals des Rokoko. Manchmal scheint sie einfach, diese Liebe. Bei Zemlinsky hingegen erwischt ein Tuchhändler seine Frau in flagranti mit dem florentinischen Prinzen und bringt über dessen Ermordung neues Feuer in das dröge Eheleben. Ein spätromantischer Einakter von Alexander Zemlinsky nach einem Fragment von Oscar Wilde, uraufgeführt 1917, danach bis in die 1970er vergessen. Hier ist die Liebe psychologisch, intensiv – und letztlich ebenso unglaubwürdig wie bei Mozart. Zwei Werke, in Stil und Orchesterbesetzung größtmöglich voneinander entfernt – und auf faszinierende Weise ähnlich.

    Tobias Kratzer untersucht in seiner Inszenierung dieses Mozart-Zemlinsky-Doppelabends die Auswirkungen einer kommerziell organisierten Gesellschaft und ihrer Wettbewerbsstruktur auf die Liebesbeziehungen des und der Einzelnen. Denn Liebe ist bei Mozart und Zemlinsky mitnichten die unveränderliche Größe, als die sie in der Regel angenommen wird. In beiden Werken ist das menschliche Gefühlsleben immer auch gesellschaftlich motiviert – etwa wenn bei Mozart der Schäfer Bastien seine Bastienne für eine höhergestellte Dame verlassen will oder bei Zemlinsky die bürgerliche Bianca hinter dem Rücken ihres Mannes eine Affäre mit dem Prinzen pflegt. In den Werken selbst gehen die Geschichten in beiden Fällen gut aus: Bastien und Bastienne versöhnen sich genau wie der Tuchhändler Simone mit seiner Frau Bianca jedoch nicht aus wahrer Liebe, Einsicht oder Selbsterkenntnis, sondern schlicht und ergreifend wegen äußerer Umstände. Bastien und Bastienne und die Florentinische Tragödie hinterlassen pervertierte Paarkonstellationen, die in ihrer Unbarmherzigkeit nichts an Aktualität verloren haben. Heute machen Dating-Apps und Seitensprung-Portale die Liebe katalogisierbar und quantifizierbar. Unterwirft sie sich in jüngster Zeit den Mechanismen des Marktes – oder hat sich seit Mozart eigentlich nichts geändert?

    Das vielbeachtete Regieteam Tobias Kratzer / Rainer Sellmaier arbeitet in der Spielzeit 2018/19 auch an der Oper Frankfurt, debütiert an der Deutschen Oper Berlin und zeichnet für die Inszenierung von Wagners Tannhäuser bei den Bayreuther Festspielen 2019 verantwortlich.

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  • Hieronymus B.

    16.03.2019, Oper

    Während ein vogelköpfiges Ungeheuer sich einen ganzen Mensch lebendig einverleibt und ein Schwein mit Habit zärtlich an einem Ohrläppchen knabbert, liegt eine Gruppe Nackter im schönsten Müßiggang Erdbeeren schmausend im sattesten Grün. Um sie herum merkwürdige Chimären zwischen Tier und Mensch; Landschaften aus Körperkonvoluten und merkwürdig surrealen Symbolen. Bei kaum einem Künstler steht der Körper als grotesker Leib zwischen Verzerrung, Transformation und Lust so ausdrucksstark im Zentrum wie bei Hieronymus Bosch. In seinen Werken existieren Höllenqualen und himmlische Verzückung nebeneinander. Seine komplexen Tableaus lassen sicher geglaubte Gegensätze wie schön und hässlich, eigen und fremd, tugend- oder sündhaft erodieren. Stattdessen zeigt er irdische und jenseitige Welten überbordender Spektakel.

    Die niederländische Choreografin Nanine Linning lässt die Bildwelten Boschs in ihrem Tanztriptychon Hieronymus B. in größter Opulenz lebendig werden. Das Künstlerduo Les Deux Garçons bringt im ersten und zweiten Teil lebensgroße Objekte aus den Werken des Künstlers auf die Bühne. In einer begehbaren choreografischen Ausstellung erleben die Zuschauer*innen das Ballett Rossa als Teufel und Dämonen, Narren und gequälte Seelen. Den Körper als virtuoses Wunderwerk zwischen Zerrissenheit und Aufbegehren stellt Nanine Linning im dritten Teil des Tanzabends in den Fokus. Ihre kraftvolle Choreografie ist den düsteren Höllenlandschaften aus Boschs Garten der Lüste nachempfunden. In ihrer zeitgenössischen Tanzsprache findet sie eine direkte physische Verbindung von mittelalterlichen Ikonen ins Hier und Jetzt, heutige Menschen mit ihren Sehnsüchten und Ängsten zeigend. Die Staatskapelle Halle spielt Werke von Händel, Purcell und Scarlatti sowie ein Auftragswerk des zeitgenössischen Komponisten Michiel Jansen, das diesen spannungsgeladenen Zeitensprung vollendet.

    Nanine Linning war bis zum Sommer 2018 künstlerische Leiterin und Chefchoreografin der Dance Company Nanine Linning am Theater Heidelberg. Sie kreierte zahlreiche Uraufführungen und ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden. Mit ihren multidisziplinären Arbeiten verlässt die Niederländerin ausgetretene theatrale Pfade und lässt Tanz nahtlos in Design, Video, Musik und bildende Kunst übergehen. Ihre extrem physischen Choreografien rekurrieren auf menschliche Instinkte, Begierden und Emotionen. Ihr Tanzabend Hieronymus B. feierte am 18. Januar 2015 anlässlich des 500. Todesjahres Boschs am Theater und Orchester Heidelberg seine Uraufführung, dort wurden in den Theaterwerkstätten auch Bühnenbild und Kostüme gefertigt „Ein Triumph“ schrieb die Fachzeitschrift Die deutsche Bühne und der Deutschlandfunk urteilte: „Wie das getanzt ist, mit welcher Kraft und Anmut, Expressivität und manchmal auch Demut, das ist sehr, sehr stark.“ Die Erfolgschoreografie, die für zahlreiche Vorstellungen vor ausverkauftem Haus sorgte, ist nun an der Oper Halle erstmals in Mitteldeutschland zu erleben.

    *Eine Produktion des Theaters und Orchesters Heidelberg, UA 18.01.2015, Theater Heidelberg, Koproduzent der Produktion war Stichting Jheronimus Bosch 500. Herstellung der Ausstattung in den Werkstätten des Theaters und Orchesters Heidelberg*

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  • Camposanto - Die Geheimnisse des Stadtgottesackers

    17.03.2019, Stadtgottesacker

    Tauchen Sie ein in die Geschichte des über 500 Jahre alten Renaissance-Friedhofs und erfahren Sie, welche berühmten Hallenser hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.

    Stadtgottesacker (seidenmatt - visuelle kommunikation / Stadtmarketing Halle (Saale) GmbH)

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  • Ariadne auf Naxos

    17.03.2019, Oper

    Im Palast eines neureichen Wieners wird ein Theaterabend vorbereitet. Man gibt die Ariadne, eine seriöse Opera seria. Der Komponist ist anwesend, ebenso sein Musiklehrer. Zum Entsetzen der Opernschaffenden soll direkt auf ihre Opernpremiere das heitere Commedia dell’arte-Spiel Die ungetreue Zerbinetta und ihre vier Liebhaber einer reisenden Theater-Truppe aufgeführt werden. Der Schock sitzt tief – doch es kommt noch schlimmer. Der Auftraggeber lässt verfügen, dass aus Zeitgründen beide Stücke nun gleichzeitig aufzuführen seien. Tenor und Primadonna protestieren, der Komponist ist außer sich, doch aller Widerstand ist zwecklos. Die kokette Zerbinetta erklärt die neue Spielsituation und der Vorhang geht auf:

    „Das Stück geht so: eine Prinzessin wurde von ihrem Bräutigam sitzen gelassen, und ihr nächster Verehrer ist vorerst noch nicht angekommen. Die Bühne stellt eine wüste Insel dar. Wir sind eine muntere Gesellschaft, die sich zufällig auf der Insel befindet. Die Kulissen sind Felsen, und wir platzieren uns dazwischen. Ihr richtet euch nach mir, und sobald sich eine Gelegenheit bietet, treten wir auf und mischen uns in die Handlung!“

    In Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos treffen durch das Stück im Stück Welten aufeinander. Die Willkür des Neureichen der Rahmenhandlung, dem Kunst bloß repräsentatives Beiwerk ist, kollidiert mit dem sakralen Kunstverständnis des Komponisten. Opera seria und Commedia dell’arte müssen eine scheinbar unmögliche Liaison eingehen. Was auf den ersten Blick eher gewollt und konstruiert anmuten könnte, ist eins der beeindruckendsten Musiktheaterwerke des legendären Duos Richard Strauss und Hugo von Hofmansthal. Die Liebe der Autoren zu scharfen Kontrasten und Brüchen zwischen Einfachheit und hoher Kunst, zwischen Komik und Ernst führt in Ariadne auf Naxos zu einer ungeahnten Harmonie dieser beiden Welten. Das Theater führt sich selbst auf, scheut dabei keinen Pathos und hat einen Heidenspaß. Montage, ungenierte Zitate der Operngeschichte, Sprünge zwischen den Erzählungen: Ariadne auf Naxos ist in ihrem Aufbau ein Werk, das der Gegenwart entstammen könnte. Die große Emotionalität bringt sie aber in all der Intensität mit, die das frühe 20. Jahrhundert zu bieten hatte.

    An der Oper Halle widmet sich mit Paul-Georg Dittrich einer der interessantesten Regisseure der jüngeren Generation dem Monumentalwerk von Strauss und Hofmannsthal, der zuletzt mit Inszenierungen am Theater Bremen und der Staatsoper Hamburg für Aufsehen gesorgt hat. Dittrich wurde bereits zwei Mal für den deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Regie Musiktheater“ nominiert.

    Vorhang (Fotolia, vitaliy_melnik)

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  • Die Tanzstunde

    22.03.2019, Neues Theater

    »Ich bin eine Anomalie, aber ich bin nicht allein. Bill Gates weist autistisches Verhalten auf. Ebenso Albert Einstein, Michelangelo, Mozart, Edison, Anton Bruckner, Isaac Newton, Abraham Lincoln – soll ich weitermachen?«

    Ever Montgomery, ein Professor für Geowissenschaften, muss für eine Preisverleihung tanzen lernen. Eigentlich keine allzu schwierige Aufgabe, würde er nicht Körperkontakt verabscheuen. Er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer speziellen Form des Autismus‘.

    Im selben Haus wie er wohnt die Tänzerin Senga. Für den Wein braucht sie kein Glas mehr. Am Tiefpunkt angelangt, trinkt sie aus der Flasche. Das Knie zerschmettert, die Liebe dahin und die Schlaftabletten liegen bereit …

    Wäre da nicht der aufdringliche Nachbar, Professor Montgomery, der unentwegt klingelt und ihr, wie sie findet, ein unmoralisches Angebot macht: Er bietet ihr 2153 Dollar für eine Tanzstunde an. Es ist einerseits Neugier auf den seltsamen Nachbarn, der alle Gespräche wörtlich nimmt und die Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen nicht entschlüsseln kann, und andererseits Langeweile, die Senga dazu bewegt, Montgomerys Angebot doch anzunehmen. Binnen weniger Wochen kommen sich die ungleichen Tanzpartner näher – vielleicht sogar näher, als ihnen beiden guttut.

    Mark St. Germain hat eine sehr berührende Komödie über zwei Menschen geschrieben, die nur mühsam denselben Takt halten können.

    Vorhang (Fotolia, vitaliy_melnik)

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  • Die Tanzstunde

    23.03.2019, Neues Theater

    »Ich bin eine Anomalie, aber ich bin nicht allein. Bill Gates weist autistisches Verhalten auf. Ebenso Albert Einstein, Michelangelo, Mozart, Edison, Anton Bruckner, Isaac Newton, Abraham Lincoln – soll ich weitermachen?«

    Ever Montgomery, ein Professor für Geowissenschaften, muss für eine Preisverleihung tanzen lernen. Eigentlich keine allzu schwierige Aufgabe, würde er nicht Körperkontakt verabscheuen. Er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer speziellen Form des Autismus‘.

    Im selben Haus wie er wohnt die Tänzerin Senga. Für den Wein braucht sie kein Glas mehr. Am Tiefpunkt angelangt, trinkt sie aus der Flasche. Das Knie zerschmettert, die Liebe dahin und die Schlaftabletten liegen bereit …

    Wäre da nicht der aufdringliche Nachbar, Professor Montgomery, der unentwegt klingelt und ihr, wie sie findet, ein unmoralisches Angebot macht: Er bietet ihr 2153 Dollar für eine Tanzstunde an. Es ist einerseits Neugier auf den seltsamen Nachbarn, der alle Gespräche wörtlich nimmt und die Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen nicht entschlüsseln kann, und andererseits Langeweile, die Senga dazu bewegt, Montgomerys Angebot doch anzunehmen. Binnen weniger Wochen kommen sich die ungleichen Tanzpartner näher – vielleicht sogar näher, als ihnen beiden guttut.

    Mark St. Germain hat eine sehr berührende Komödie über zwei Menschen geschrieben, die nur mühsam denselben Takt halten können.

    Vorhang (Fotolia, vitaliy_melnik)

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